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Schrott: Exportnachfrage aus der Türkei verhinderte ein erneutes Absinken der Preise

Die Weltrohstahlproduktion lag Ende Oktober 2023 ungefähr auf Vorjahresniveau (+0,2 %). Die Entwicklungen innerhalb der Regionen stellen sich aber weiterhin stark unterschiedlich dar, wie die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information berichtet:

Während in Indien ein Produktionszuwachs von 12,1 Prozent zu beobachten war, lag die chinesische Produktion in den ersten zehn Monaten nur um 1,4 Prozent über der des Vorjahres. In den meisten anderen Regionen war die Produktion hingegen rückläufig. Die deutsche Stahlproduktion ging um 4,1 Prozent zurück, was in einem Rückgang der Elektrostahlproduktion um knapp 13 Prozent aufgrund der hohen Strompreise begründet ist. Die russische Produktion lag bis Ende Oktober um 5,3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt belastet die schwache Nachfrage nach Stahlprodukten aus Industrie und Bauwirtschaft die Produktion. Eine zurückhaltende Entwicklung der chinesischen Konjunktur wirkt sich zusätzlich negativ aus. Die globale Rohstahlproduktion dürfte in diesem Jahr deshalb nicht merklich höher ausfallen als im Vorjahr.

Die weiterhin schwächelnde Konjunktur wird in den nächsten Monaten nicht für Impulse sorgen

Die Preise für Alt- und Neuschrotte sind im November leicht gestiegen. Die Exportnachfrage aus der Türkei verhinderte ein erneutes Absinken der Schrottpreise. Bei den deutschen Stahlwerken macht sich weiterhin die schwache Auftragslage bemerkbar; außerdem fiel die Schrottnachfrage im November aufgrund von saisonalen Effekten und den geplanten Betriebsferien über die Weihnachtszeit gering aus. Auch das Schrottaufkommen fällt unterdurchschnittlich aus: Die stagnierende Bautätigkeit und wenige Impulse aus der Automobilindustrie und dem Maschinenbau sorgen für einen geringen Schrotteingang. Große Preissprünge sind zu Anfang des neuen Jahres aufgrund der schwachen konjunkturellen Lage nicht zu erwarten.

Die Stahlpreise entwickelten sich im November gegenläufig, aber mit Tendenz nach oben: Während die Warmbreitbandnotierungen im Mittel um sieben Prozent über dem Vormonat lagen, zogen die Preise für verzinkte Bleche um zwei Prozent an. Der Anstieg war kontinuierlich bis zum Monatsende zu beobachten. Der durchschnittliche Walzdrahtpreis stagnierte im November. Die Eisenerzpreise stiegen im November nach der Stagnation im Vormonat um sechs Prozent an; die Kokskohlepreise hingegen waren um zehn Prozent rückläufig.

Bei den deutschen Stahlwerken war im November keine Belebung zu beobachten. Die schwache Auftragslage, hohe Bestände unverkaufter Ware und die bevorstehende Weihnachtspause führten zu Produktionskürzungen in einigen Stahlwerken. Die weiterhin schwächelnde Konjunktur wird in den nächsten Monaten nicht für Impulse bei den Stahl- und Schrottpreisen sorgen. Eine Trendumkehr ist erst im weiteren Verlauf des nächsten Jahres zu erwarten.

Quelle: Deutsche Industriebank AG

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