Aluminium: Die investive Nachfrage erhöhte sich kräftig

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Aluminium Gussplatte (Foto: alimex)

IKB Rohstoffpreis-Information, Juni 2021: Die weltweite Primäraluminiumproduktion zog in den ersten vier Monaten 2021 um vier Prozent an. Hauptträger war der Anstieg in China um knapp sieben Prozent. Unverändert wird im Gesamtjahr 2021 im Vergleich zu 2020 ein leichter Produktionsanstieg auf rund 65,5 Millionen Tonnen sowie 12.5 Millionen Tonnen Recyclingaluminium erwartet.

Der starke Anstieg in China ist überzeichnet, da der Vergleichszeitraum 2020 das chinesische Neujahrsfest und den anschließenden Lockdown umfasste. Im übrigen Asien erfolgte ein Anstieg um 6,5 Prozent, die Golfregion lag leicht unter Vorjahresniveau. In Europa erfolgte eine Seitwärtsbewegung. In Nordamerika sank die Erzeugung geringfügig, während der rückläufige Trend in Lateinamerika wohl gestoppt ist. Die Aussichten für den Aluminiumeinsatz in den Abnehmerbereichen sind weiter sehr positiv. In der Pkw-Produktion wird im laufenden Jahr ein Anstieg gegenüber 2019 von acht Kilogramm pro Fahrzeug gesehen.

Die Lagerbestände von Primäraluminium an der LME haben sich auf 1,72 Millionen Tonnen zurückgebildet: An der SHFE stiegen diese leicht auf 330.000 Tonnen. In den Lagern der Comex befinden sich dagegen nur 31.000 Tonnen. Damit ist aber immer noch eine gute Versorgung gegeben. Die LME-Bestände an Recyclinglegierungen machen lediglich 2.100 Tonnen aus. Die Vorräte entsprechen dem Gesamtverbrauch (Primär- und Recyclingaluminium) von gut neun Tagen. Derzeit baut vor allem China weitere Kapazitäten für Recyclingaluminium zur langfristigen Versorgungssicherheit des Marktes auf. Dies ist auch unter Nachhaltigkeitsaspekten sinnvoll, zumal bis 2027 je Pkw weitere 24 Kilogramm Aluminium zusätzlich zu der im laufenden Jahr eingesetzten Menge verwendet werden sollen. Der Lagerabbau bei Primäraluminium wird sich weiter fortsetzen. Dies begünstigt dann auch im dritten Quartal 2021 weiterhin feste Preise.

Höhere europäische Recyclingaluminiumproduktion erforderlich

Die Primäraluminiumpreise gingen im Verlauf des Mai 2021 weiter nach oben: Erste Erfolge von Covid-19-Impfungen und ein steigender Aluminiumbedarf verbunden mit einer deutlichen Entspannung des Handelskrieges zwischen den USA und ihren Partnern stimulierte. Die investive Nachfrage erhöhte sich kräftig: Die Zahl der Handelskontrakte nahm im Verlauf des Mai 2021 um über 23 Prozent zu. Bis Ende Q3 2021 erwartet die IKB daher eine Preisbewegung für den Primäraluminiumpreis um die Marke von 2.350 US-Dollar pro Tonne in einem Band von +400 US-Dollar pro Tonne. Die Preisdifferenz zur Notierung von Recyclingaluminium an der LME hat sich zuletzt wieder normalisiert. Unverändert erfordern der minimale Börsenbestand und die hohe Nachfrage eine höhere europäische Recyclingaluminiumproduktion. Im weiteren Jahresverlauf 2021 wird tendenziell ein Preisabstand von um die 250 US-Dollar pro Tonne gesehen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG

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