Kupfer: Rückläufige Recyclingproduktion aufgrund des geringen Schrottangebots

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Kupferzementat nach Temperaturversuch (Foto: bifa)

Die globale Kupferminenproduktion konnte die Produktionsausfälle aufgrund temporärer Minenschließungen im Zuge des Lockdowns bis Ende November 2020 nicht komplett aufholen. Das berichtet die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information (März 2021).

Die Kapazitätsauslastung der Kupferminen reduzierte sich um 2,1 Prozent. Die Erzeugung in Peru war besonders stark betroffen. Diese konnte in Chile, Indonesien und der Demokratischen Republik Kongo sehr deutlich anziehen.

Die Raffinadeproduktion zog bei einer um 0,8 % geringeren Kapazitätsauslastung um 1,8 % an, wobei die rückläufige Recyclingproduktion aufgrund des geringen Schrottangebots durch höhere Primärproduktion überkompensiert wurde. Der Anstieg im weltweiten Verbrauch betrug 2,5 %. Die Erholung beim Verbrauch resultierte praktisch nur aus China. Jedoch konnte der Rückgang der Verbräuche in anderen Regionen (USA, EU, Japan) von 5 bis 15 % komplett ausgeglichen werden. Insgesamt entstand ein Angebotsdefizit von knapp 590.000 t, welches bis Jahresende 2020 noch geringfügig angezogen sein dürfte.

Ein balancierter Markt würde eine erhebliche Steigerung der Minenproduktion erfordern

Die Kupfervorräte an der LME stabilisierten sich im Laufe des Februar 2021 bei rund 76.000 t. Bedingt durch die Ferien rund um das chinesische Neujahr stiegen die Lagerbestände an der SHFE auf rd. 148.000 t an, während sich diese an der Comex etwas reduzierten (70.000 t). Bis Jahresmitte 2021 erwartet die IKB einen weiteren Abbau der Bestände, der vor allem in den asiatischen Lagerhäusern erfolgen dürfte. Ein Großteil der Volumina dient der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen für den Bedarf von weniger als 5 Tagen. Nach dem Angebotsdefizit von 600.000 t im Jahr 2020 wird auch für das Gesamtjahr 2021 trotz anziehender Produktion ein erneutes Angebotsdefizit von rund 100.000 t erwartet. Ein balancierter Markt würde eine erhebliche Steigerung der Minenproduktion erfordern.

Steigende Nachfrage vor allem aus der Automobil- und Elektroindustrie erwartet

Der Kupferpreis zog im Verlauf des Februar 2021 um über 1.750 US-$/t an. Im gesamten Jahresverlauf 2021 erwartet die IKB eine steigende Nachfrage vor allem aus der Automobil-und Elektroindustrie. Die angestrebte Energiewende in Europa mit Kohle- und Atomstromausstieg ist Treiber der Nachfrage und erhält immer stärkere politische Unterstützung. Die Impulse aus der Automobilindustrie kommen von der E-Mobility, dem Trend zum autonomen Fahren und einem vermehrten Elektronikeinsatz im Pkw. „Noch gehen wir von einer sich 2021 normalisierenden Kupferminenproduktion aus, was preisdämpfend wirken dürfte. Preissteigernd wirkte sich im Februar 2021 die Entwicklung der investiven Nachfrage aus: Die Zahl der Handelskontrakte stieg um rund 35 % an. Bis Ende des zweiten Quartals 2021 erwarten wir ein Preisniveau von 9.000 US-$/t mit einer Bewegung in einem Band von +1.200 US-$/t um diese Marke.“

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG

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