ElektroG-Diskussion: Gefahren verringern, mehr Kreislaufwirtschaft ermöglichen!

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Elektroaltgeräte-Demontagebetrieb der Weißer Rabe soziale Betriebe und Dienste GmbH in München (Foto: O. Kürth/Recyclingportal.eu)

Die Novelle des Elektrogesetzes muss insgesamt mehr Kreislaufwirtschaft ermöglichen und Gefahrenquellen im Recycling minimieren, lautete die brennende Forderung des bvse-Fachverbandsvorsitzenden Bernhard Jehle in der Onlinekonferenz des vom Fraunhofer IZM organisierten Industriearbeitskreis zum Themenkomplex Umweltgesetzgebung am 10. November 2020.

Der Fokus in der anstehenden Novelle müsse darauf liegen, Sammelmengen durch eine Ausweitung des Rücknahmeangebotes für die Verbraucher zu steigern. Eine Verdichtung des Abgabenetzes für die Bürger und eine zusätzliche Servicemöglichkeit mit Abgabemöglichkeit außerhalb der Öffnungszeiten von kommunalen Wertstoffhöfen könne durch die Erweiterung der Annahmemöglichkeit für Elektroaltgeräte durch zertifizierte Erstbehandlungsanlagen erreicht werden.

Dringendes Augenmerk müsse zudem auf eine Steigerung der Qualität bei Erfassung gelegt werden. Die bruchsichere und zerstörungsfreie Sammlung schadstoffenthaltener Elektronikaltgeräte ist eine zwingende Voraussetzung für den nachgelagerten Behandlungsprozess, machte Jehle in seinem Fachvortrag deutlich.

ichtig sei, dass Akkus, soweit wie möglich, schon an der Übergabestelle vom Elektro(nik)-Altgerät getrennt und separiert erfasst werden. Ist dies bauartbedingt nicht möglich, müssen batteriebetriebene Altgeräte als Ganzes separat erfasst werden. Die Annahme muss gesteuert durch Fachpersonal erfolgen und es bedarf sichtbarer Hinweise für den Bürger, die auf die Notwendigkeit der Trennung hinweisen. Nur so lassen sich die gefahrgutrechtlichen Regelungen einhalten, die dafür geschaffen wurden Brand- und Explosionsrisiken zu vermeiden, hob der bvse-Fachverbandsvorsitzende hervor.

Einen Appell richtete Jehle auch an die Hersteller von Elektro(nik)-Geräten. „Diese müssen vielmehr als bislang den Recyclinggedanken in die Konzeption ihrer Produkte einfließen lassen. Ein Design for Recycling ist notwendig. Des Weiteren bedarf es einer nachhaltigen Informationspolitik gegenüber dem Verbraucher, um bei ihm den Umweltaspekt für das Recycling der Altgeräte zu stärken“, erklärte Bernhard Jehle.

Quelle: bvse

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