IKB: Die Kupfer-Versorgung könnte sich leicht verschlechtern

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Lautsprecher mit Kupfer-Komponenten (Bild: Pixabay)

Die globale Kupferminenproduktion sank bis Ende Mai 2019 um ein Prozent. Die Kapazitätsauslastung der Kupferminen reduzierte sich ebenfalls um ein Prozent. Die geringere Erzeugung ist primär auf Chile und Indonesien zurückzuführen.

Das berichtet die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. In Indonesien ist dies ein temporärer Effekt, da bei zwei Minen neue Abschnitte erschlossen werden. Die Raffinadeproduktion sank im gleichen Umfang bei einer um drei Prozent geringeren Kapazitätsauslastung. Der weltweite Verbrauch stagnierte hingegen. Ein Nachfrageanstieg von vier Prozent in China sowie in anderen Ländern wurde durch geringeren Verbrauch in anderen Regionen (USA, Japan, EU) kompensiert. Bis Ende Mai ist ein Angebotsdefizit von 190.000 Tonnen entstanden, welches sich jedoch im Gesamtjahr noch etwas reduzieren dürfte.

Die weltweiten Vorräte reichen für den Bedarf von knapp acht Tagen

Die Kupfervorräte an der LME zogen zuletzt wieder an: Insgesamt betrugen diese Ende August 2019 rund 337.000 Tonnen. Die Lagerbestände an der SHFE reduzierten sich dagegen leicht auf nun 144.000 Tonnen. Die Bestände der Comex erhöhten sich bis Ende August 2019 leicht auf 43.000 Tonnen. Ein Großteil der Volumina dient der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen für den Bedarf von knapp acht Tagen. Falls die Umstrukturierungs- und Neuerschließungsarbeiten in Indonesien länger dauern, könnte sich die Versorgung jedoch leicht verschlechtern. Aktuell ist die Gefahr eines harten Brexit relativ hoch geworden. Daher könnte sich für deutsche Verarbeiter von Kupferschrott der Import aus UK nach dem Brexit erschweren.

Der Kupferpreis brach in der ersten Woche des August 2019 um rund 300 US-Dollar pro Tonne ein, obwohl die physische Nachfrage weiter ungebrochen ist. So zeigt die internationale Automobilausstellung IAA im September 2019 eine ganze Reihe von Neuerungen, die alle zu einem vermehrten Kupfereinsatz im Pkw führen. Daneben bedingen die Energiewende und der Ausbau der Digitalisierung sowie das hohe Wachstum der ITK-Branche einen weiteren Kupferbedarf. Der Markt erhielt kräftige Impulse von der investiven Nachfrage: Die Zahl der Handelskontrakte stieg im August um 45 Prozent auf den höchsten Stand seit Mai 2018. Für den Kupfermarkt sieht IKB auch 2019 ein Defizit, welches sich um die Marke von 150.000 Tonnen bewegen dürfte. Bis Ende 2019 wird ein Preisniveau von 5.900 US-Dollar je Tonne mit einer Bewegung in einem Band von +500 US-Dollar je Tonne um diese Marke erwartet.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG

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