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Schrottpreise wieder stabiler – Leichte Belebung erwartet

Bis Ende Juli 2022 sank die Weltrohstahlproduktion um 5,4 Prozent. Für das Gesamtjahr sieht die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer neusten Rohstoffpreis-Information einen Rückgang auf 1,89 Milliarden Tonnen Rohstahl.

Mit Ausnahme des Nahen Ostens verzeichnen alle Regionen Rückgänge. Chinas Stahlausstoß lag um sechs Prozent unter dem von 2021. Das Land dürfte aber erneut deutlich über eine Milliarde Tonnen Rohstahl erzeugen, welche primär im Inland verbleiben werden.

Das Produktionsniveau in der EU gab um 5,6 Prozent nach, dasjenige in den USA sank um drei Prozent. In Deutschland erwartet die IKB nach dem bisherigen Rückgang und der angekündigten Stilllegung bei ArcelorMittal noch eine Tonnage von 37 bis 39 Millionen Tonnen. Belastend wirkt vor allem der Einbruch in Russland und den GUS-Staaten inklusive der Ukraine um rund ein Fünftel. Davon könnten aber indirekt deutsche Stahlwerke profitieren, da vor allem die Vorlieferungen für Grobbleche aus der Ukraine für die Reroller vollkommen weggebrochen sind.

Stahlwerke halten sich mit größeren Bestellungen zurück

Im August 2022 kam es nach drei Monaten des Preisverfalls zu einer Stabilisierung der Schrottpreise. Während bei den Neuschrottsorten schon ein geringer Zuwachs erfolgte, blieben die Altschrotte stabil. Schredderschrott und Späne verzeichneten leicht stärkere Zuwächse. Die deutschen Stahlwerke sind verunsichert in Bezug auf die weitere Entwicklung des Ordereingangs und halten sich mit größeren Bestellungen zurück. Allerdings kamen Impulse aus dem Exportgeschäft in die Türkei. Hier belastete allerdings die eingeschränkte Transportmöglichkeit über die Binnenwasserstraßen. Das Aufkommen bei etlichen Schrottsorten ist jedoch weiter knapp. Die Eisenerz-Spotmarktpreise gingen im Durchschnitt des Monats August gegenüber Juli seitwärts mit einem leichten Plus von 1,50 US-Dollar pro Tonne. Die Bodenbildung scheint erfolgt. Die IKB erwartet in den nächsten Monaten jedoch eine leichte Belebung der Schrottpreise.

Bei den europäischen Stahlpreisen dürfte die Bodenbildung der Spotpreise nun erfolgt sein

Trotz noch zufriedenstellender Auftragslage vieler Stahlwerke bewirkten die Zukunftssorgen vieler Abnehmerindustrien bei saisonüblichem Angebot im August einen weiteren Rückgang der Preise. Die Stabilisierung der Spotmarktpreise für Eisenerz frei China hatte noch keine Auswirkungen. Die Preise für Warmbreitband gaben im Durchschnitt um 80 Euro pro Tonne nach, wobei eine Differenz von 151 Euro pro Tonne zwischen Monatsanfang und Monatsende lag. Verzinkte Bleche sanken bei wieder festerem Zinkpreis im Monatsverlauf um 104 Euro pro Tonnet. Walzdraht reduzierte sich dagegen im Monatsmittel nur um 40 Euro pro Tonne. Bei den europäischen Stahlpreisen dürfte die Bodenbildung der Spotpreise nun erfolgt sein, die Kontraktpreise für das H1 2023 werden im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 Potenzial nach unten haben, wobei seitens der Stahlkocher wohl eher kurzlaufende Kontrakte gewünscht werden. Eine nachhaltige Preisumkehr erwartet die IKB im Verlauf der ersten Jahreshälfte 2023.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG

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