Der Kupferpreis hat sich seit Jahresmitte 2020 mehr als verdoppelt

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Das berichtet die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information: Die globale Kupferminenproduktion konnte bis Ende Mai 2021 um knapp fünf Prozent zulegen, obwohl Chile immer noch nicht auf dem Vorjahresniveau fördert.

Die Kapazitätsauslastung der Kupferminen blieb weitgehend stabil. Indonesien verbuchte einen Zuwachs von über 70 Prozent nach der Erschließung neuer Schichten in der Grasberg-Mine. Aber auch die Demokratische Republik Kongo und Panama erhöhten die Förderung. Die Raffinadeproduktion zog bei einer um 1,7 Prozent gestiegenen Kapazitätsauslastung um vier Prozent an, wobei die Recyclingproduktion um zwei Prozent zulegte. Dagegen wuchs die Primärproduktion doppelt so stark. Der Zuwachs im weltweiten Verbrauch betrug 4,5 Prozent. Die Erholung beim Verbrauch resultierte aus allen Regionen, fiel aber in China besonders pointiert aus. Der bisher entstandene Angebotsüberschuss von knapp 80.000 Tonnen dürfte bis Jahresende 2021 weitgehend abgebaut werden und eventuell in ein kleines Defizit übergehen.

Weiterer Abbau der Bestände erwartet

Die Kupfervorräte an der LME bewegten sich Ende August 2021 bei rund 253.000 Tonnen. Dagegen reduzierten sie sich an der SHFE auf nur noch 82.000 Tonnen, während diese an der Comex lediglich 51.000 Tonnen betragen. Bis Ende 2021 erwartet die IKB einen weiteren Abbau der Bestände, der vor allem in den asiatischen Lagerhäusern erfolgen dürfte. Die derzeit schwächere Förderung in Chile kann nur durch einen weiteren Lagerabbau kompensiert werden. Ein Großteil der Volumina dient der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen weiter für den Bedarf von gut fünf Tagen. Nach dem Angebotsdefizit von 560.000 Tonnen im Jahr 2020 wird auch für das Gesamtjahr 2021 trotz anziehender Produktion eventuell ein erneutes kleines Angebotsdefizit erwartet.

Der Kupferpreis hat sich seit Jahresmitte 2020 mehr als verdoppelt. Im bisherigen Jahresverlauf 2021 kamen Nachfrageimpulse vor allem aus der Automobil- und Elektroindustrie. Die Haupttreiber sind das verschärfte Klimaziel der EU und die angestrebte Energiewende verbunden mit dem Kohle- und Atomausstieg. In der Automobilindustrie wird der Trend zur E-Mobility verstärkt durch den Trend zum autonomen Fahren und einem vermehrten Elektronikeinsatz im Pkw. Noch geht die IKB von einer sich 2021 weiter normalisierenden Kupferminenproduktion aus, was preisstabilisierend wirken dürfte. Im August 2021 legte die investive Nachfrage zu: Die Zahl der Handelskontrakte stieg um über 17 Prozent. Bis Ende 2021 wird ein Preisniveau von 9.400 US-Dollar pro Tonne mit einer Bewegung in einem Band von +1.200 US-Dollar pro Tonne um diese Marke erwartet.

IKB Deutsche Industriebank AG

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