bvse-Statistik: Deutscher Schrottaußenhandel Januar bis April 2021

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Schrottplatz (Foto: © EU-Recycling, MSV GmbH)

Im April importierte Deutschland nach den vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes rund 431.000 Tonnen Schrott, gegenüber 443.000 Tonnen im März.

Schrottimporte nehmen wieder Fahrt auf

Im Monatsvergleich April 2021 zu April 2020 steigerte Deutschland die Einfuhrmenge um 155.000 Tonnen bzw. um 56 Prozent. Die Importe aus den Ländern der EU(27) stiegen im betrachteten Zeitraum um 59 Prozent bzw. 140.400 Tonnen. Größter Lieferanten waren im April die Niederlande mit 85.000 Tonnen, gefolgt von der Tschechischen Republik mit 79.000 Tonnen und Polen mit 75.400 Tonnen. In den ersten vier Monaten des Jahres stiegen die Importmengen um 18,7 Prozent auf 1,5 Millionen Tonnen.

Der Lieferanteil der EU-Länder fiel leicht um 0,5 Prozent. Mit Abstand wichtigster Lieferant ist die Tschechische Republik, die mit 302.000 Tonnen 13,4 Prozent mehr als im Vorjahr geliefert hat. Es folgen Polen mit 248.000 Tonnen, die Niederlande mit 223.000 Tonnen, Frankreich mit 184.600 Tonnen und Schweden mit rund 105.600 Tonnen. Die Schweiz erhöhte als Drittlandlieferant ihre Mengeneinfuhr um 73,2 Prozent auf 122.500 Tonnen, während die Mengen aus Norwegen leicht um vier Prozent auf 93.000 Tonnen sanken.

Schrottexporte gesunken

Im April führte Deutschland knapp 594.000 Tonnen Schrott aus, das waren etwa 16 Prozent mehr als im April des vergangenen Jahres. Bemerkenswert ist, dass die Ausfuhren in die EU-Mitgliedsländer im betrachteten Zeitraum nahezu konstant geblieben sind. Während die Ausfuhren im Zeitraum Januar bis April 2020 mit knapp 2,8 Millionen Tonnen um fünf Prozent höher lagen als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres, stiegen die ausgeführten Mengen in die Länder der EU(27) um lediglich 0,8 Prozent.

Wichtigster Abnehmer waren die Niederlande mit 610.600 Tonnen, gefolgt von Italien mit 499.841 Tonnen (minus 1,2 Prozent). Die italienischen Stahlwerke konnten für ihren Schrottbedarf für die steigende Produktion bis April auf ein hohes Inlandsaufkommen zurückgreifen. Die Ausfuhren nach Belgien sanken um 23 Prozent auf 341.230 Tonnen, während die Exporte nach Luxemburg um zwölf Prozent auf 325.800 Tonnen stiegen. Stark zugenommen haben die Lieferungen in die Türkei. Sie stiegen von 179.000 Tonnen im Vorjahr auf 286.100 in diesem Jahr.

Quellen: Statistisches Bundesamt, bvse; Autorin: Birgit Guschall-Jaik, bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.