bvse-Statistik: Deutscher Schrottaußenhandel im Jahr 2019

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Schrott-Verladung auf Binnenschiff (Foto: Michael Gaida / Pixabay)

Nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes importierte Deutschland im vergangenen Jahr mit 4,12 Millionen Tonnen 4,6 Prozent weniger Schrott als 2018, als 4,32 Millionen Tonnen eingeführt wurden.

Der Anteil der Importe aus Ländern der EU(28) ist im Jahresvergleich mit rund 86,5 Prozent nahezu unverändert geblieben. Der mit Abstand bedeutendste Lieferant ist die Tschechische Republik mit einem Lieferanteil von 21,2 Prozent. Die Lieferungen sind zwar um 7,6 Prozent gesunken, erreichten aber immer noch 872.000 Tonnen. Mit über 763.000 Tonnen und einem Anteil von 18,5 Prozent waren die Niederländer der zweitwichtigste Lieferant gefolgt von den polnischen Kollegen mit 603.000 Tonnen, den französischen mit 535.000 Tonnen und den schwedischen Anbietern mit 236.000 Tonnen. Der Lieferumfang aus Drittländern ist mit 5,1 Prozent deutlicher gesunken als der aus den EU-Nachbarländern. In absoluten Zahlen gesehen, lag die Einfuhr aus Drittländern um rund 30.000 Tonnen unter der des Vergleichsjahres. Nach wie vor bleibt Deutschland ein Nettoexporteur von Schrott mit einem Exportüberschuss in 2019 von 4,34 Millionen Tonnen gegenüber 4,46 in 2018.

Exporte: Niederlande wichtigstes Empfängerland

Interessant sind die vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu den Schrottausfuhren, die insgesamt um 3,6 Prozent auf 8,46 Millionen Tonnen gefallen sind, wobei die Lieferungen in die EU(28) stärker rückläufig waren (-4,2 Prozent) als die in Drittländer (-0,8 Prozent). Letztere war vor allem der verstärkten Lieferungen per Container nach Indien, Pakistan und Bangladesch geschuldet, die um knapp 82.000 Tonnen gegenüber 2018 gestiegen sind. Laut der aktuellen Statistik sind die Lieferungen in die Türkei im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf 740.000 Tonnen gesunken.

Erfahrungsgemäß finden im Laufe des ersten Halbjahres Korrekturen bei den Mengenangaben statt, so weist beispielsweise das türkische Statistikbüro SteelData die Einfuhrmenge aus Deutschland mit rund 930.000 Tonnen aus. Es kann sich dabei immer um Überschneidungen zu den jeweiligen Jahreswechseln in Bezug auf Abgangsdatum des Lieferlandes und Empfangsdatum im Empfängerland handeln. Die Differenz von rund 200.000 Tonnen erscheint jedoch unwahrscheinlich.

Das wichtigste Empfängerland für deutschen Schrott in der EU(28) waren die Niederlande mit 1,76 Millionen Tonnen, einer Steigerung um 12,2 Prozent und einem Anteil von 20,8 Prozent. Die Niederlande lösten den bisherigen Hauptempfänger Italien ab. Die Lieferungen von Deutschland nach Italien sanken um knapp 7 Prozent auf 1,73 Millionen Tonnen.

Die italienische Rohstahlproduktion ist um 5,2 Prozent auf 23,245 Millionen Tonnen gesunken. Während des vergangenen Jahres hieß es immer wieder, dass sich die italienischen Verbraucher inländischer Schrottlieferungen bedienen. Der wichtige Empfänger in Luxemburg reduzierte seine Liefermenge aus Deutschland sogar um 11,5 Prozent auf 1,1 Millionen Tonnen, wobei die Rohstahlproduktion lediglich um 1,3 Prozent auf 2,2 Millionen Tonnen gesunken ist. Hier könnte der verstärkte Rückgriff auf französische Lieferungen entscheidend gewesen sein, da Händler darauf während des laufenden Jahres immer wieder hingewiesen haben. Knapp 30.000 Tonnen Schrott sind weniger nach Belgien ausgeführt worden, was einem Rückgang von knapp 18 Prozent entspricht.

Quelle: bvse

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