Spannender Lehrberuf: Entsorgungs- und Recyclingfachkraft

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Foto: ©Freudenthaler Entsorgung

Neue Jobs mit (grüner) Zukunft gibt es jetzt in der Abfall- und Ressourcenwirtschaft. Seit Mai existiert der überarbeitete Lehrberuf der „Entsorgungs- und Recyclingfachkraft“, der junge Menschen mit dem nötigen Know-how für die vielfältigen, wachsenden Anforderungen rund um eine moderne Kreislaufwirtschaft ausstattet. Motivierte Nachwuchskräfte sind in diesem Bereich mehr denn je gefragt. Das bestätigt auch eine interne Umfrage unter den Mitgliedern des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB).

Nach Schulschluss ist vor Schulbeginn. Für viele junge Menschen stellt sich nun die Frage, wie es nach den Sommerferien weitergeht. Green Jobs, also Arbeitsplätze im Umweltsektor, sind bei den Berufsentscheidungen der Jungen immer mehr gefragt. Sie erwirtschaften in Österreich mittlerweile bereits rund zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Abfall- und Ressourcenwirtschaft bietet vielfältige Jobs als Lkw-FahrerInnen, LogistikerInnen oder AnlagentechnikerInnen in modernen Entsorgungsbetrieben in ganz Österreich. Gesucht werden auch Auszubildende, die sich für Umweltthemen interessieren und sich in einer aufstrebenden Branche verwirklichen wollen. Die über 250 Mitglieder des VOEB bestätigen, dass eine abgeschlossene Lehre zur Entsorgungs- und Recyclingfachkraft eine sichere und vielgefragte Qualifikation am Arbeitsmarkt darstellt.

Heute in die Fachkräfte von morgen investieren

Zeitgerecht wurde nun die dreijährige Lehrausbildung zur „Entsorgung- und Recyclingfachkraft“ gestartet. Die Inhalte der Ausbildung sind sehr vielfältig und reichen von digitalen Kompetenzen bis hin zu rechtlichen Rahmenbedingungen. Zudem erfährt der modernisierte Lehrberuf zur „Entsorgungs- und Recyclingfachkraft“ mit dem Ausbildungsbereich zum Abfallbeauftragten eine Aufwertung – denn ein solcher ist laut Abfallwirtschaftsgesetz in Unternehmen mit über 100 Mitarbeitenden verpflichtend einzustellen.

„Mit dem neuen Lehrberuf wird das Berufsbild der heimischen Entsorgungsbranche deutlich aufgewertet. Unsere Branche befindet sich im stetigen Wandel und die rechtlichen Rahmenbedingungen erfordern immer mehr top qualifizierte Mitarbeitende. Dieser moderne Ausbildungsweg wird engagierte Fachkräfte mobilisieren, davon bin ich überzeugt. Junge Menschen bekommen die Chance, einen zukunftssicheren Beruf in einem vielseitigen Betätigungsfeld zu erlernen“, erklärt Harald Höpperger, Obmann des Fachverbandes für Entsorgungs- und Ressourcenmanagement der WKÖ.

Auch Gaby Jüly, Präsidentin des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB), begrüßt die neuen inhaltlichen Anpassungen: „Der modernisierte Lehrberuf stellt eine wichtige Maßnahme gegen den Fachkräftemangel in unsrer Branche dar. Alle jungen Talente, die einen verantwortungsvollen Job im Umweltbereich anstreben, erhalten im Rahmen dieser Ausbildung das nötige Know-how für einen steilen Karriereweg nach oben.“ Als Unternehmerin, die selbst einen Lehrling im Betrieb ausbildet, weiß Jüly, dass das Ansehen der Branche in den letzten Jahren massiv gewachsen ist und zahlreiche Vorteile für Auszubildende bereithält: „Die Abfall- und Ressourcenwirtschaft hat für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einiges zu bieten: abwechslungsreiche und nachhaltige Tätigkeiten, ein familiäres Arbeitsumfeld, flexible Arbeitszeiten und zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Zudem sind Lehrstellen in Entsorgungsbetrieben in ganz Österreich verfügbar.“

Interview mit Elias Knell

Elias Knell (Foto: Stark GmbH, Irnfritz)

Einer der Recycling-Helden von morgen ist Elias Knell. Er befindet sich derzeit im zweiten Jahr seiner Ausbildung bei der Firma Stark in Niederösterreich. Was seinen Lehrberuf besonders macht und ihn motiviert, erzählt er hier:

Wie bist Du auf den Lehrberuf in der Abfall- und Ressourcenwirtschaft aufmerksam geworden und warum hast Du dich dafür entschieden?

Ich bin im Internet auf die Lehrstelle aufmerksam geworden, denn das ist definitiv kein gewöhnlicher Beruf, sondern eher etwas „Exotisches“. Mir gefallen die vielfältigen Aufgaben, das umfangreiche Wissen über den kompletten Entsorgungsprozess und ganz besonders der Umgang mit Metallen.

Welche Eigenschaften muss man für den Lehrberuf mitbringen?

Genauigkeit, handwerkliches Geschick, gute körperliche Kondition, selbständiges Arbeiten und Merkfähigkeit.

Wie sieht Dein typischer Arbeitsalltag aus?

Das ist sehr schwer zu beschreiben, weil jeder Tag anders ist. Besonders die Kundenbetreuung bringt die Vielfalt in den Tagesablauf. Man weiß nie, wer kommt und was angeliefert wird. Die Aufträge, die abgearbeitet werden müssen, hängen auch von den internen Anlieferungen zusammen und reichen von Aufgaben wie Zerlegarbeiten bis hin zur Sortierung.

Welche Tätigkeiten sind herausfordernd und was macht Dir besonders viel Spaß?

Wenn große Mengen mit Kleinteilen zur Sortierung angeliefert werden, ist das ziemlich zeitaufwändig und stellt schon eine Herausforderung dar. Aber prinzipiell machen alle Aufgaben richtig viel Spaß und jeder Arbeitstag ist aufregend und spannend.

Interview mit Laurens Pregenzer

Laurens Pregenzer Foto: ©Freudenthaler Entsorgung

Zum Umwelt- und Ressourcenschutz trägt auch Laurens Pregenzer bei, der sich im zweiten Lehrjahr bei der Firma Freudenthaler in Tirol befindet. Warum die Lehre in der Abfallwirtschaft die richtige Wahl für ihn war und wie sein Arbeitsalltag aussieht, erzählt er hier:

Wie bist Du zu Deinem Lehrberuf in der Abfall- und Ressourcenwirtschaft gekommen und warum hast Du dich dafür entschieden?

Ich habe mich zuerst für ein Pflichtpraktikum bei der Firma Freudenthaler beworben, die mein Vater mir empfohlen hat. Letztendlich habe ich mich dann für die Lehre entschieden, weil mir das Praktikum sehr gut gefallen hat, ich sehr interessiert an der Umwelt bin und weil der Lehrberuf zahlreiche Möglichkeiten für die Zukunft bietet.

Welche Eigenschaften muss man für Deinen Beruf mitbringen?

Viel Geduld, Umweltbewusstsein, Flexibilität und Interesse am Allgemeinwissen.

Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus?

In der Früh verwiegen wir den Abfall, der am Vortag angeliefert wurde. Danach mache ich die Eingangsanalysen und dann wird verschiedenster Abfall sortiert, zum Beispiel Pflanzenschutzmittel, Ölfilter uvm.

Welche Tätigkeiten sind herausfordernd und was macht Dir besonders viel Spaß?

Prinzipiell muss man immer sehr aufmerksam sein und aufpassen, da man mit gefährlichen Stoffen arbeitet. Die meisten Tätigkeiten, die man gemeinsam mit den Kollegen in der Gruppe verübt, machen sehr viel Spaß. Am interessantesten finde ich, wenn wir kleine Versuche machen.

Alle weiteren Details rund um die Lehre zur Entsorgungs- und Recyclingfachkraft sind auf der Website des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort zu finden: https://bit.ly/3AliNMD

Quelle: Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB)

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