Was knappe Wasserressourcen für die Energiewende bedeuten

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Isar-Zufluss/Karwendel/Mittenwald/Bayern (Foto: Marc Szombathy)

Abschlussergebnisse des Projekts „Wandel“.

Ob und wie das global zur Verfügung stehende Wasser die Nutzung erneuerbarer Energien begünstigt und fossile Energieträger ausbremst, haben neun Forschungseinrichtungen – darunter auch das Wuppertal Institut – sowie kleine und mittlere Unternehmen im Rahmen des Verbundprojekts „Wandel“ aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über einen Zeitraum von drei Jahren geförderte Projekt „Wasserressourcen als bedeutsamer Faktor der Energiewende auf lokaler und globaler Ebene“ wurde von der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Kassel koordiniert und Ende 2020 abgeschlossen. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Die Projektergebnisse zeigen, dass Strategien zur Transformation des Energiesystems im Rahmen der Energiewende nicht nur die Reduktion von Treibhausgasemissionen berücksichtigen sollten, sondern auch den Wasserverbrauch. So führen auf globaler Ebene Szenarien mit ambitionierten Zielen für ein kohlenstoffarmes Energiesystem nicht generell zu einer verringerten Wassernutzung. Im Vergleich zu den heutigen Bedingungen wird die Gesamtmenge des weltweit entnommenen und verbrauchten Wassers für thermische Kraftwerke zur Stromproduktion tendenziell weiterhin ansteigen und nur gesenkt werden können, wenn die Effizienz der Kraftwerks- und Kühltechnik zunimmt. Damit wird die thermische Stromproduktion zunehmend anfällig für Wasserknappheit als Folge des anthropogenen Klimawandels.

Wasserfußabdruck-Analyse

Das Projektteam führte eine Wasserfußabdruck-Analyse entlang der gesamten Energieversorgungskette durch. Die Analyse ergab, dass beispielsweise die Energieerzeugung auf Basis nachwachsender Rohstoffe einen sehr hohen Wasserfußabdruck aufweist. Integrierte Systeme mit Nutzung von Abfallstoffen (hier die Zuckerrohrbagasse) zur Energieerzeugung können den Wasserfußabdruck beispielsweise erheblich senken. Risiko- und Nachhaltigkeitsanalysen zeigen, dass die Energieversorgung mit zunehmend häufigerer Wasserknappheit und Dürre unter Klimawandelbedingungen verwundbarer wird. Besonders in ariden Regionen ist Wasser bereits heute eine knappe Ressource und ein limitierender Faktor für wirtschaftliches Wachstum und landwirtschaftliche Produktion.

Das Verbundprojekt „Wandel“ wurde im Rahmen der Fördermaßnahme „GRoW – Globale Ressource Wasser“ im Programm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA)“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 2,5 Millionen Euro gefördert.

Projekt-Website

Quelle: Wuppertal Institut

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