Kupfer: Angebotsdefizit dürfte bis Jahresende noch etwas abschmelzen

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Lautsprecher mit Kupfer-Komponenten (Bild: Pixabay)

Die globale Kupferminenproduktion sank aufgrund temporärer Minenschließungen im Zuge des Lockdowns bis Ende August 2020 um 0,8 Prozent. Die Kapazitätsauslastung der Kupferminen reduzierte sich um 1,5 Prozent.

Wie der neuesten IKB Rohstoffpreis-Information weiter zu entnehmen ist, sank die Erzeugung in Peru wegen hoher Pandemiezahlen sowie zusätzlicher operativer Probleme besonders stark. Diese konnte in Chile, Indonesien und der Demokratischen Republik Kongo teilweise deutlich anziehen. Die Raffinadeproduktion zog bei einer 1,5 % geringeren Kapazitätsauslastung um 1,2 % an, wobei die rückläufige Sekundärproduktion aufgrund des geringen Schrottangebots durch höhere Primärproduktion überkompensiert wurde.

Der Anstieg im weltweiten Verbrauch betrug 1 %. Die Erholung beim Verbrauch resultierte praktisch nur aus China. Jedoch konnte der Rückgang der Verbräuche in anderen Regionen (USA, EU, Japan) von durchschnittlich 10 % komplett ausgeglichen werden. Insgesamt entstand ein Angebotsdefizit von knapp 300.000 t, welches jedoch bis Jahresende noch etwas abschmelzen dürfte.

Die Kupfervorräte an der LME sanken im Laufe des November 2020 um rd. 11 % auf noch 149.000 t. Erheblich stärker fiel der Rückgang der Lagerbestände um ein Drittel an der SHFE auf rd. 93.000 t aus, während diese an der Comex seitwärts gingen (81.600 t). Bis Jahresende erwartet die IKB einen weiteren Abbau der Bestände, der vor allem in den asiatischen Lagerhäusern erfolgen dürfte. Ein Großteil der Volumina dient der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen für den Bedarf von knapp 5 Tagen. Nach dem Angebotsdefizit von 414.000 t im Jahr 2019 wird auch für das Gesamtjahr 2020 ein nur etwas geringeres Angebotsdefizit erwartet. Zwar war im ersten Quartal 2020 ein deutlicher Angebotsüberschuss im globalen Kupfermarkt von 130.000 t aufgelaufen, dieser wurde aber schon bis Ende Mai komplett abgebaut.

Steigende Nachfrage insbesondere aus der Automobil- und Elektroindustrie zu erwarten

Der Kupferpreis zog im Verlauf des November 2020 um über 650 US-$/t an. Für den weiteren Jahresverlauf erwartet die IKB eine steigende Nachfrage insbesondere aus der Automobil- und Elektroindustrie. Die angestrebte Energiewende in Europa als mittelfristiger Treiber der Nachfrage hat zuletzt immer stärkere politische Unterstützung erhalten. Die nachfragesteigernden Trends der Automobilindustrie zur E-Mobility und einem vermehrten Elektronikeinsatz im Pkw sind weiter stabil. Eine sich 2021 normalisierende Kupferminenproduktion dürfte allerdings preisdämpfend wirken. Preissteigernd wirkte sich im November 2020 die Entwicklung der investiven Nachfrage aus: Die Zahl der Handelskontrakte stieg um rund die Hälfte. Bis Ende des ersten Quartals 2021 erwartet die IKB ein Preisniveau von 7.500 US-$/t mit einer Bewegung in einem Band von +800 US-$/t um diese Marke.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG

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