Erhöhung der Recyclingquote für Kunststoffverpackungen beste Lösung

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Kunststoffverpackungen (Foto: Andi Karg)

FCIO: Rahmenbedingungen für Rezyklat Voraussetzung für funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) begrüßt den von Umweltministerin Leonore Gewessler vorgestellten 3-Punkte-Plan zum Thema Verpackungsabfälle aus Kunststoff. Abfälle sollen reduziert, die Quote für Mehrweggetränkeverpackungen erhöht, ein Einweg-Pfand eingehoben und eine Herstellerabgabe pro Kilogramm Kunststoffverpackung eingeführt werden.

Kunststoffverpackungen zu recyceln, ist für den FCIO die beste Lösung. Um die aktuelle Verpackungsrecyclingquote von 25 Prozent zu erhöhen, sei der Ausbau von Sammel- und Sortiersystemen dabei von zentraler Bedeutung. Nur mit ausreichenden Mengen an recycelten Kunststoffabfällen könnten die Anteile von Rezyklat in der Produktion erhöht und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft aufgebaut werden.

Die aktuellen Abfallwirtschaftssysteme könnten eine ausreichende Versorgung der Kunststoffproduzenten mit Rezyklat in benötigter Qualität und Quantität aber nicht gewährleisten. Vor allem der Abfall der Konsumenten finde zu selten den Weg in den Kunststoffkreislauf. Deshalb seien Investitionen, um die Sammel-, Sortier- und Recyclingkapazitäten zu erhöhen, dringend gefragt.

„Der beste Weg, Kunststoffabfälle zu reduzieren, liegt im Auf- und Ausbau einer Kreislaufwirtschaft. Wir müssen die hohe Rezyklierbarkeit des Werkstoffes ausnützen und ihn so oft wie möglich im Kreislauf führen. Das würde auch zu einer Reduktion des Einsatzes von Ressourcen und Energie führen, die bei der Produktion anfallen und bei alternativen Materialien noch höher sind. Eine deutliche Steigerung von Kunststoffrecycling ist in Österreich möglich, dafür müssen aber alle betroffenen Gruppen in Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten“, sagt Christian Gründling, stellvertretener Geschäftsführer des FCIO. Ablehnend steht die chemische Industrie der Herstellerabgabe aufgrund der EU-Plastiksteuer gegenüber, da damit kein Lenkungseffekt im Bereich Littering zu erwarten sei. Mit der Einführung der Plastiksteuer habe sich Österreich bereits mehr als 30 Millionen Euro erspart, die bei Berechnung auf Basis der Wirtschaftsleistung zusätzlich an die EU zu zahlen wären.

Quoten für Mehrweggetränkeverpackungen: Ökobilanzen entscheidend

Aus Sicht der Kunststoffindustrie sind auch Mehrweggebinde im Sinne der Abfallvermeidung begrüßenswert, wo sie auch ökologisch Sinn machen. Insbesondere die Klimabelastung dürfe man bei der Entscheidung, welches Verpackungsmaterial verwendet werden soll, nicht außer Acht lassen. PET-Mehrweg-Flaschen wiesen hier die beste Bilanz auf, wie eine Studie im Auftrag des Umweltministeriums belegt. Grund dafür sei das im Vergleich zu anderen Verpackungsmaterialien geringere Gewicht, welches beim Transport zu niedrigeren Treibhausgasbelastungen führe.

Berechnungen in zahlreichen Studien zeigten, dass alternative Verpackungsmaterialien im Vergleich zu Kunststoff im Schnitt mehr als dreimal so schwer sind. Auch die Herstellung von Kunststoffverpackungen sei weitaus weniger energieaufwändig und klimaschädlich als bei anderen Materialien. Ein Umstieg auf diese würde den Energieverbrauch im Schnitt um den Faktor 2,2 erhöhen und die Treibhausgasemissionen um den Faktor 2,7 steigen lassen. Wer über eine Ausweitung von Mehrweg nachdenkt, sollte aus Gründen des Klimaschutzes Kunststoff als Verpackungsmaterial berücksichtigen.

„Bei der Bewertung von Verpackungen im Lebensmittelbereich brauchen wir eine faktenbasierte Diskussion ohne ideologische Scheuklappen. Ökobilanzen sind eine gute Entscheidungsgrundlage für den Einsatz von Verpackungsarten. Letztendlich wird eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen am zielführendsten sein. Mehrweg ist in bestimmten Fällen sinnvoll, darf aber kein Selbstzweck sein, wenn andere Alternativen nachhaltiger sind“, schließt Gründling.

Quelle: FCIO Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs

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