Kohlendioxid als alternativer Rohstoff für die Autoindustrie

624
Schaumstoff (Foto: rkit / Pixabay)

Neben Matratzen, Sportböden und Textilfasern hat Covestro einen weiteren Anwendungsbereich für die Nutzung von CO2 in der Kunststoffproduktion erschlossen: Jetzt können auch Schaumstoffe für die Automobilindustrie zum Teil mit Kohlendioxid anstelle von fossilen Rohstoffen wie Erdöl hergestellt werden.

Dazu wird das innovative Vorprodukt „cardyon“ eingesetzt, mit dem das Schweizer Unternehmen FoamPartner Schäume für verschiedene Bereiche im Fahrzeuginnenraum produziert. Die nachhaltigen Schaumstoffe, die FoamPartner künftig als neue Produktreihe unter dem Namen „OBoNature“ vermarktet, werden in einem nächsten Schritt mit einem Textil laminiert und kommen so im Inneren von Fahrzeugen zum Einsatz. Sie werden vor allem im Dachhimmel verarbeitet, aber auch in Türverkleidungen und Armlehnen sowie in Autositzverkleidungen.

Neben ihrer ressourcenschonenden Herstellung zeichnen sich die besonders emissionsarmen Schaumstoffe den Angaben nach durch eine längere Lebensdauer und Materialbeständigkeit aus. Zudem lassen sie sich dank optimiertem Laminierverhalten in reduzierter Materialeinsatzstärke bei gleichzeitig schnelleren Kaschierprozessen verarbeiten. Dadurch können sowohl Material- als auch Herstellkosten eingespart werden.

Profitables Wachstum

Technologien wie diese – sagt Covestro – leisteten einen erheblichen Beitrag zur Förderung der Kreislaufwirtschaft, auf die sich das Unternehmen vollständig ausrichte. Der Fokus liege dabei neben alternativen Rohstoffen wie CO2, Biomasse und Altmaterialien auf der Entwicklung innovativer Recyclingtechnologien sowie der Nutzung sauberer Energiequellen wie Windkraft in der Produktion.

Diese langfristige strategische Ausrichtung entlang von Innovations- und Nachhaltigkeitstrends treibe das profitable Wachstum von Covestro. Trotz deutlichem Einfluss der Coronavirus-Pandemie im ersten Halbjahr 2020 erlebe das Unternehmen seit Mitte Mai einen stabilen Aufwärtstrend in der globalen Nachfrage. Im Juli lagen die abgesetzten Mengen bereits wieder auf Vorjahresniveau, und auch im August hat sich die positive Entwicklung fortgesetzt, informiert Covestro und rechnet für das dritte Quartal mit einem EBITDA von etwa 350 Millionen Euro nach 125 Millionen Euro im Vorquartal.

Vielseitige Anwendung

Covestro hat eine Technologie entwickelt, mit der bis zu 20 Prozent CO2 in sogenannte Polyole eingebaut werden kann. Das sind zentrale Komponenten für Polyurethane, eine weit verbreitete und vielseitige Kunststoffart.

CO2-Polyole der Marke „cardyon“ kommen bereits in zahlreichen weiteren Anwendungsgebieten zum Einsatz. Außer für Schaumstoffe in Matrazen und Polstermöbeln werden sie bereits für Spezialkleber für Unterbeläge von Sportböden verwendet. In einem weiteren Forschungsprojekt ist es zudem gelungen, elastische Textilfasern auf cardyon-Basis herzustellen. Sie können beispielsweise in Strümpfen und medizinischen Textilien eingesetzt werden und so herkömmliche Elastikfasern auf Erdölbasis ablösen. Covestro arbeitet unter anderem mit verschiedenen Textilherstellern daran, die Faserherstellung in den Industriemaßstab und die neuartigen Fasern zur Marktreife zu bringen.

Quelle: Covestro

Anzeige