Recycling von Hochleistungsdämmstoffen in Europa fördern

1990
Polyurethan-Briketts (Foto: Ruf Maschinenbau GmbH)

Den Materialkreislauf für Polyurethan-Hartschaumstoffe schließen: Das ist das ehrgeizige Ziel des neuen paneuropäischen Projekts „Circular Foam“.

Das EU-geförderte Leuchtturmprojekt, das von Covestro, einem weltweit führenden Polymerunternehmen, koordiniert wird, bringt 22 Partner aus neun Ländern aus Industrie, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen. Innerhalb von vier Jahren wollen sie gemeinsam eine vollständige Kreislauf-Wertschöpfungskette für Rohstoffe für Polyurethan-Hartschäume aufbauen, die als Dämmmaterial in Kühlschränken und in der Bauindustrie verwendet werden. Einmal europaweit eingeführt, könnte das System ab 2040 dazu beitragen, jährlich eine Million Tonnen Abfall, 2,9 Millionen Tonnen CO2-Emissionen und 150 Millionen Euro an Verbrennungskosten einzusparen.

„Um Klimaneutralität zu erreichen, müssen wir die Treibhausgasemissionen im Bausektor sowie bei Heizung und Kühlung drastisch reduzieren. Dies kann durch die Dämmung von Gebäuden und Kühlschränken mit hochwertigen Materialien wie Polyurethan-Hartschaumstoffen erreicht werden. Allerdings gibt es kaum geschlossene Wertschöpfungskreisläufe, um diese ordnungsgemäß zu recyceln, obwohl Haushaltsgeräte am Ende ihrer Lebensdauer gesammelt werden. Mit dem Projekt Circular Foam wollen wir einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dies zu ändern und ein innovatives Kreislaufwirtschaftsmodell in diesem Bereich zu etablieren, das sich leicht auf ganz Europa übertragen lässt“, schildert Dr. Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender des koordinierenden Circular Foam-Partners Covestro.

Insgesamt zielt das Projekt darauf ab, den bestehenden Materialkreislauf in mehrfacher Hinsicht zu verbessern und ein neues nachhaltiges Kreislaufsystem für Polyurethan-Hartschaum zu schaffen: Das Projekt wird sich nicht nur auf die Entwicklung zweier neuartiger chemischer Recyclingwege für Altmaterialien konzentrieren. Es wird auch dazu beitragen, entsprechende Logistik- und Abfallsammelsysteme einzurichten und zu demonstrieren, Demontage- und Sortierlösungen zu erarbeiten sowie das Design zukünftiger Produkte und Materialien für eine verbesserte Recyclingfähigkeit zu optimieren.

Das Projekt konzentriert sich auf das Recycling von Kühlschränken und Bauabfällen in mehreren ausgewählten Modellregionen. Dazu gehören die Industrie- und Bergbauregionen Rheinisches Revier in Nordrhein-Westfalen und Schlesien in Polen sowie der Großraum Amsterdam in den Niederlanden. Anhand der Fallstudien soll eine systemische Lösung erarbeitet werden, die auf andere Regionen übertragen werden kann. Auf diese Weise wird das Projekt auch zur Mission von Horizon Europe beitragen, die vorsieht, dass bis 2030 mindestens 150 Regionen in ganz Europa klimaresilient werden.

Die Dechema Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. wird das Projekt durch verschiedene Aktivitäten zur Öffentlichkeitsarbeit unterstützen, um seine Sichtbarkeit zu erhöhen. Dazu gehören die Einrichtung einer Projektwebseite, die Kommunikation mit verschiedenen Stakeholdern in sozialen Medien und durch Publikationen sowie die Entwicklung eines Imagefilms für das Projekt, an dem mehrere Partner beteiligt sind. Um Entscheidungsträger, die Wissenschaft und die interessierte Öffentlichkeit zu erreichen, wird die Dechema mehrere Projekt-Veranstaltungen organisieren. Darüber hinaus wird das Unternehmen  die Projektpartner bei der Verwertung ihrer Projektergebnisse unterstützen.

Beteiligte Partner:

Covestro Deutschland AG als Projektkoordinator, Interseroh Dienstleistungs-GmbH, BT-Wolfgang Binder GmbH, Unilin Insulation, Kingspan Research and Developments Limited, Electrolux Italia SPA, Circularise BV, BioBTX BV, Rijksuniversiteit Groningen, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Technische Universität Dortmund, Stichting Hogeschool van Amsterdam, Stichting Nederlandse Wetenschappelijk Onderzoek Insittuten, Uniwersytet Ekonomiczny we Wroclawiu, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der Angew. Forschung, Ruhr-Universität Bochum, Forschungszentrum Jülich GmbH, Gornoslasko-Zaglebiowska Metropolia (METR), Park Naukowo Technologiczny Euro-Centrum sp. z o.o., IZNAB Spolka z Ograniczona Odpowiedzialnoscia und Dechema Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

Quelle: Dechema

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