Bioabfälle landen immer noch zu rund 40 Prozent im Restmüll

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Aufstellung von Biotonnen (Foto: Petra Hoeß, Fabion Markt + Medien / abfallbild.de

Hausmüllanalyse unterstreicht Forderungen nach lösungsorientierten Ansätzen für die Bioabfallsammlung.

Die aktuelle Analyse von Siedlungsrestabfällen (Hausmüll) in Deutschland macht deutlich,  dass immer noch zu viele Wertstoffe im Restmüll landen. Bioabfälle machen mit 39,3 Prozent dabei den größten Teil aus.

Obwohl bereits im Kreislaufwirtschaftsgesetz geregelt und eine getrennte Sammlung von Bioabfällen seit 1. Januar 2015 obligatorisch erfolgen sollte, hinkt die Umsetzung der Verordnung in die Praxis seit nun fünf Jahren hinterher. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hatte in seiner Erhebung für 2018 aufgezeigt, dass in 72 Landkreisen und kreisfreien  Städten keine flächendeckende Biotonne angeboten wurde. „Hierin sehen wir ein grundsätzliches Problem. Die Bürger müssen beim getrennten Sammeln unterstützt werden. Die Biotonne in unmittelbarer Wohnnähe ist dafür eine Grundvoraussetzung“, sagt Michael  von Ketteler, Geschäftsführer des Verbund kompostierbare Produkte e.V.

Motivation statt Sanktionen

Warum viele Verbraucher trotz Biotonne ihren Biomüll noch falsch entsorgten, müsse untersucht werden, denn nur so könne man dieser Fehlentwicklung mit einem lösungsorientierten Ansatz begegnen. Also ohne Rote Karten oder Verbote – Motivation statt Sanktionen sei gefragt. Die „Aktion Biotonne“ sei ein guter Ansatz. Auch ein Blick ins benachbarte Ausland, zum Beispiel nach Österreich, könne Anregungen liefern.

Der Verbund begrüßt daher ausdrücklich das Modellprojekt „Biotonne – Baden- Württemberg macht mit“. Hier werde die Praxis zeigen, mit welchen Maßnahmen die Bioabfallqualität und -menge in Großwohnanlagen gesteigert werden kann. Ökobilanzen hätten schließlich deutlich gezeigt, dass die getrennte Verwertung des Bioguts zum Klimaschutz beiträgt.

Quelle: Verbund kompostierbare Produkte e.V.

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