Eckpunkte der Waldstrategie 2050: WBW veröffentlicht Stellungnahme

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Foto: Pixabay

„Die Forderung nach Anpassung der Wälder hat angesichts der jüngsten Entwicklungen an Dringlichkeit gewonnen“. Das schreiben die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates für Waldpolitik (WBW) beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in ihrer Stellungnahme „Eckpunkte der Waldstrategie 2050“.

Der Beitrag des Forst- und Holzsektors zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele sollte nach Meinung des WBW offensiver in die Zielformulierung der Waldstrategie 2050 der Bundesregierung aufgenommen und eine gesellschaftliche Honorierung dieser Leistung gefordert werden.

Geringere Einnahmen – höhere Lasten

Die 15 Autoren sehen die Gefahr, dass mit den Folgen des Klimawandels die Einnahmen in der Forst- und Holzwirtschaft wegbrechen. Trotz der vorhandenen Förderinstrumente sei zu befürchten, dass viele Waldbesitzer künftig nicht mehr in der Lage sind, die Lasten des Waldschutzes, der Wiederaufforstung und der Verkehrssicherung zu tragen sowie der Gesellschaft die Ökosystemleistungen wie bisher kostenfrei bereitzustellen.

Klimawandel bringt neue Standortverhältnisse

Die größte waldbauliche Herausforderung bestehe in der Schaffung ökologisch stabiler und zugleich produktiver Wälder, die die vielfältigen Waldfunktionen auch künftig erfüllen, schreiben die Wissenschaftler. Das Ausmaß und die Geschwindigkeit des Klimawandels sowie eingeschleppte Pathogene und Schädlinge gefährden dieses Ziel.

„Der Klimawandel wird Standortsverhältnisse entstehen lassen, für die es bisher in Deutschland keine analogen Bedingungen gibt“, so die deutlichen Worte. Dies unterstreiche die Notwendigkeit, eingeführte Baumarten zu erproben, denn die rapiden klimatischen Veränderungen würden vielerorts die natürliche Anpassungsfähigkeit der Baumarten überfordern, so die Einschätzung der Autoren, die insgesamt zehn Handlungsfelder aufgreifen.

Hintergrund:

Der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik (WBW) berät und unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder. Der Beirat ist mit Vertretern verschiedener wissenschaftlicher Fachdisziplinen besetzt, die die gesellschaftlichen Anforderungen an den Wald widerspiegeln.

Die Waldstrategie 2050 wird zurzeit auf Basis der in 2011 vorgestellten Waldstrategie 2020 der Bundesregierung unter Einbeziehung von Ländern und Interessengruppen weiterentwickelt. Sie richtet sich an alle relevanten Akteure des Bundes und der Länder. Ihre Umsetzung leistet einen wichtigen Beitrag, um in der Bevölkerung das notwendige Bewusstsein für die vielfältigen Funktionen des heimischen Waldes zu schaffen sowie die Vorteile und Chancen einer nachhaltigen Forstwirtschaft für Klima, Natur und Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft herauszustellen.

Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR)

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