interpack 2020: BASF stellt Lösungen für Lebenszyklus von Verpackungen vor

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Ultradur B6560 M2 FC TF – das erste PBT für Extrusion und Thermoformen (Bild: BASF)

Auf der Fachmesse interpack 2020 vom 7. bis 13. Mai 2020 in Düsseldorf präsentieren BASF-Experten und Spezialisten von BTC Europe, der europäischen Vertriebsorganisation der BASF, auf Stand B43 in Halle 10 eine breite Palette von Kunststoffen, Dispersionen für Klebstoffe sowie von Harzen und Additiven für Druckfarben und Barrierebeschichtungen.

BASF zeigt Lösungen entlang des gesamten Lebenszyklus der Verpackungsprodukte: von ihrer Herstellung über die Nutzung bis hin zu Verwertungsmöglichkeiten am Ende ihrer Lebensdauer. Sie tragen so zu einer geringeren Umweltbelastung bei und sind gleichzeitig wirtschaftlich und sozial sinnvoll.

Bei der Produktion Ressourcen schonen

Bei der Produktion stehen Prozesseffizienz, Produkteffektivität und geringere Emissionen durch die Verwendung alternativer Rohstoffe im Vordergrund. BASF wird Produkte mit verantwortungsvoll gewonnenen biobasierten Inhaltsstoffen sowie Produkte auf Basis recycelter Kunststoffabfälle präsentieren. Nachwachsende Rohstoffe aus organischen Abfällen und pflanzlichen Ölen oder Kunststoffabfällen kommen verstärkt im BASF-Verbundproduktionssystem zum Einsatz. Hierbei werden alternative Rohstoffe gleich zu Beginn des Herstellungsprozesses im Verbund verwendet und über eine unabhängig zertifizierte Methode den jeweiligen Verkaufsprodukten zugewiesen, was Produkte mit unveränderter Qualität und gleichbleibenden Eigenschaften zum Ergebnis hat. Mit wasserbasierten Technologien bietet BASF eine Alternative zu lösemittelbasierten Technologien und trägt damit zu einer Verbesserung nicht nur des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, sondern auch der CO2-Bilanz bei.

Mehrwert bei der Nutzung schaffen

Verpackungslösungen müssen während ihrer Nutzung eine sichere Handhabung und die bestmögliche Haltbarkeit der verpackten Ware gewährleisten. Die Lösungen der BASF bieten weitere Vorteile, zum Beispiel ein geringeres Verpackungsgewicht, durch das weniger Ressourcen eingesetzt werden müssen und weniger Verpackungsmüll anfällt. Darüber hinaus gewährleisten die Materialien der BASF die Sicherheit und längere Haltbarkeit verpackter Waren, was für sensible Einsatzbereiche wie frische Lebensmittel wichtig ist, und tragen gleichzeitig zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen bei.

Neue Lösungen für Verpackungen am Ende ihres Lebenszyklus finden

BASF stellt auf der Messe Möglichkeiten des chemischen, mechanischen und organischen Recyclings von Verpackungsprodukten vor. Schwerpunkt des „ChemCycling“-Projekts ist das chemische Recycling, mit dem auf Grundlage von recyceltem Kunststoffabfall Material in Neuware-Qualität hergestellt wird. Das ermöglicht eine leistungsfähige Verwertung von Kunststoffen, für die es derzeit noch keine anderen Recyclinglösungen oder entsprechende Kapazitäten gibt. Zu den Lösungen für mechanisches Recycling gehören spezielle BASF-Klebstoffe für flexible Verpackungen, mit denen sich mehrschichtige Strukturen leicht trennen lassen. Zertifiziert kompostierbare Materialien ermöglichen es zudem, organische Abfälle leichter zu sammeln und größere Mengen davon zu recyceln. Das reduziert die Ineffizienz und die Treibhausgasemissionen anderer Entsorgungswege für organische Abfälle. Gleichzeitig werden hochwertiger Kompost beziehungsweise organische Rohstoffe für neue Produkte geschaffen.

Neue „Ultradur“-Typen für Thermoform- und Spritzgießanwendungen mit maßgeschneiderten Eigenschaften

Ultramid Flex F38 L – das teilweise biobasierte Copolyamid für Verpackungen bietet hervorragende Eigenschaften (Bild: BASF)

Das thermoformbare „PBT Ultradur B6560 M2 FC TF“ verknüpft die Eigenschaften der Ultradur-Familie mit ausgezeichneten Barriereeigenschaften gegen Sauerstoff, Wasserdampf und Aroma. Durch Verklammern der Polymerketten mit maßgeschneiderten Additiven wird eine sehr hohe Schmelzfestigkeit erzielt und so die Verarbeitung in der Extrusion ermöglicht. Das Monomaterialprodukt ist damit ideal geeignet für die Extrusion von Folien, das Thermoformen von Verpackungen und für Hochtemperaturanwendungen. Die herausragende Verarbeitbarkeit wurde von ILLIG Maschinenbau bestätigt, einem weltweit führenden Anbieter von Thermoform- und Werkzeugsystemen für Kunststoffe. Ultradur B6560 M2 FC TF bietet gute mechanische Eigenschaften, ist einfach einzufärben, sogar Schäumen ist möglich. Es ermöglicht die Rückführung von Produktionsresten in die Produktionskette und minimiert so den anfallenden Kunststoffabfall.

Ultradur B1520 FC R1 ist ein speziell für Spritzguss-Verpackungen entwickeltes PBT mit hoher Fließfähigkeit. Durch die Lebensmittelkontakt-Zertifizierung ist dieses Material auch für dünnwandige Kosmetik- und Lebensmittelverpackungen geeignet. Es ist das Produkt der Wahl für einschichtige, aromaversiegelte Verpackungen. Die ausgewogenen Barriereeigenschaften gegen Feuchtigkeit und Sauerstoff machen eine zweite zusätzliche Verpackung überflüssig. Darüber hinaus kann die Verpackung sehr dünnwandig sein, was eine Voraussetzung für eine wirtschaftliche und ökologische Produktion ist. Der Einsatz von Ultradur B1520 FC R1 bedeutet weniger Ressourcen, weniger Verpackungsabfall.

„Ultramid Flex F38L“: das teilweise biobasierte Copolyamid mit hervorragenden Eigenschaften

Ultramid Flex F38L ist ein teilweise biobasiertes Copolyamid mit hervorragenden Eigenschaften, die mit herkömmlichen Polyamiden nicht zu erzielen sind. Dank seiner weichen und transparenten Beschaffenheit ist Ultramid Flex F38L hervorragend geeignet für flexible Verpackungen wie Vakuumverpackungen und Schrumpfbeutel. Im Produktionsprozess ist Ultramid Flex F38L ohne Konditionierung unmittelbar nach der Verarbeitung weich und hat eine um 50 Prozent geringere Wasseraufnahme als Polyamid 6. Aufgrund des im Vergleich zu allen anderen Polyamiden unterschiedlichen O2/CO2-Übertragungsverhältnisses ist dieses Produkt perfekt für Käsereifebeutel geeignet. Ultramid Flex F38L ist ein Beitrag der BASF zur Herstellung nachhaltiger Verpackungen. Etwa ein Drittel der Rohstoffe für das Monomer stammen aus lokal angebauten Rapsölen.

„Ultramid Ccycled preC 3“: Einführung einer Produktfamilie von Polyamid 6-Extrusions-Granulaten aus 100 Prozent Produktionsabfällen

Die BASF führt Polyamid 6-Extrusionstypen ein, die aus recycelten Abfallstoffen aus dem Produktionsprozess, das heißt aus Produktions- und Prozessabfällen der BASF-Polyamidproduktion stammen, um ihren Kunden auch Materialien mit recyceltem Anteil anbieten zu können. Diese werden in einem gesonderten Prozess auf die Monomer-Ebene des Polyamids 6 aufgeschlossen. Dieses Monomer kann Monomer aus fossilen Primärrohstoffen ersetzen und diese somit einsparen. Im Vergleich zu Verbrennung oder Deponierung können dadurch auch CO2-Emissionen eingespart werden. Bei der Herstellung von Ultramid Ccycled preC 3 kommt der Massenbilanzansatz der BASF zur Anwendung. Durch ihn wird sichergestellt, dass die Ware aus Sekundärrohstoffen die gleiche Qualität wie Ware aus fossilen Primärrohstoffen hat. Die Zertifizierung der angebotenen Materialien erfolgt durch eine unabhängige externe Zertifizierungsstelle.

Styropor: Anteil von recyceltem Material durch ChemCycling-Produkte erhöhen

Frischhaltebox für Fische aus Styropor Ccycled (Bild: BASF)

Mithilfe ihres ChemCycling-Projekts geht BASF einen wichtigen Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft. Kunststoffabfälle, die nicht werkstofflich recycelt werden, können wieder in ihre Moleküle zerlegt und als Rohstoffe für anspruchsvolle Anwendungen eingesetzt werden. In einer Pilotphase wurde „Styropor P Ccycled“ sogar für Transportboxen für frischen Fisch, temperaturempfindliche pharmazeutische Produkte wie auch für Schutzverpackungen von Elektrogeräten eingesetzt. „Diese Prototypen zeigen, dass sich durch chemisches Recycling Materialien in Neuware-Qualität herstellen und sich auch gemischte Kunststoffabfälle oder andere verunreinigte Kunststoffe recyceln lassen, die bisher aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht recycelt werden können. ChemCycling kann somit parallel zum mechanischen Recycling einen Beitrag zur Schließung des Stoffkreislaufes leisten und für mehr hochwertige Produkte auf Basis recycelter Rohstoffe sorgen“, sagt Klaus Ries, Vice President Business Management Styrenics bei BASF.

Zertifiziert kompostierbare Biopolymere für Frischhaltefolien und Papierbeschichtungen

BASF und Fabbri Group entwickeln zertifiziert kompostierbare Frischhaltefolie für Lebensmittelverpackungen (Bild: BASF)

Der zertifiziert kompostierbare Kunststoff „ecovio“ wird inzwischen auch zur Herstellung von Frischhaltefolien zum Verpacken frischer Lebensmittel eingesetzt. BASF präsentiert die erste zertifiziert kompostierbare Frischhaltefolie, die optimale Atmungsaktivität für eine längere Haltbarkeit von Lebensmitteln mit hoher Transparenz und exzellenten mechanischen Eigenschaften für das automatische Verpacken kombiniert. Fleisch, Meeresfrüchte, Obst und Gemüse können damit manuell oder maschinell verpackt werden. Auch industrielle Stretch-Verpackungen sind möglich. Nach ihrer Benutzung kann die Frischhaltefolie zusammen mit Lebensmittelabfällen im Heimkompost oder in der industriellen Kompostierung je nach nationaler Gesetzeslage verwertet werden. Das ermöglicht organisches Recycling, der Nährstoffkreislauf wird geschlossen und die Kreislaufwirtschaft gefördert.

Das Biopolymer ecovio kann außerdem für die Beschichtung von Bechern, Tellern und Schalen verwendet werden, die aus Papier, Karton oder deren Recyclingvarianten bestehen. Die Type „ecovio PS 1606“ ist für den Kontakt mit heißen, kalten oder fetthaltigen Lebensmitteln geeignet, da sie über hervorragende Barriereeigenschaften verfügt. Sie ist zertifiziert industriell kompostierbar (EN 13432). Deshalb kann nach Absprache mit dem regionalen Entsorger das Geschirr auf Großveranstaltungen zusammen mit den anhaftenden Essensresten im Biomüll entsorgt werden. So trägt ecovio dazu bei, das Sammeln und Verwerten von Lebensmittelabfällen bei Großveranstaltungen zu erleichtern und zu erhöhen.

Lösungen für flexible Verpackungen mit wasserbasierten Epotal-Klebstoffen

Lösungen für flexible Verpackungen mit wasserbasierten Epotal-Klebstoffen (Bild: BASF)

Die wasserbasierten Epotal-Kaschierklebstoffe der BASF sind eine nachhaltige Alternative zu lösemittelhaltigen und lösemittelfreien Produkten und bieten Herstellern flexibler Verpackungen zuverlässige Optionen auf allen Leistungsstufen. Ihre hohe Anfangsfestigkeit ermöglicht eine direkte Weiterverarbeitung der so hergestellten Verbundfolien. Aushärtezeiten sind kaum erforderlich, was für Kunden mehr Flexibilität bedeutet, da Vorlaufzeiten deutlich verkürzt werden und ein ineinandergreifendes Bedrucken und Laminieren möglich wird. Aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung sind Klebstoffe auf Wasserbasis intrinsisch sichere Systeme und deshalb gut für den Einsatz bei Lebensmittelverpackungen geeignet.

Das Epotal-Portfolio bietet nun auch Lösungen für die Herausforderungen, die sich am Ende des Lebenszyklus von flexiblen Verpackungen ergeben. Epotal-Klebstoffe ermöglichen das Recycling mehrschichtiger Verpackungsmaterialien, indem sie die einzelnen Schichten einer Verpackungsfolie im Recyclingprozess leicht voneinander trennbar machen. Um vollständig kompostierbare Verpackungen zu erhalten, können die kompostierbaren Epotal-Eco-Kaschierklebstoffe mit kompostierbarem Papier, dem Biopolymer ecovio der BASF oder anderen kompostierbaren Polymeren kombiniert werden. Die Produktlinie Epotal BLX ermöglicht die Herstellung von Barrierebeschichtungen oder Klebstoffen für hochfunktionelle Monomaterial-Verpackungen und erleichtert so die Rückgewinnung und Wiederverwendung von Material aus Kunststoffabfällen.

BASF bietet ihren Kunden die Möglichkeit, diese neuen wasserbasierten Systeme im Adhesive Coating Center der BASF in Ludwigshafen zu testen und die passende Lösung für individuelle und kundenspezifische Beschichtungs­anforderungen zu finden.

Lösungen für Verpackungsdruckfarben und Barrierebeschichtungen mit wasserbasierten Joncryl-Harzen

Lösungen für Verpackungsdruckfarben und Barrierebeschichtungen durch wasserbasierte Joncryl-Harze (Bild: BASF)

Das umfassende Harz-Portfolio der BASF erfüllt die strengen Formulierungsanforderungen der Hersteller von Druckfarben, Primern und Überdrucklacken. Das Joncryl FLX-Portfolio hat sich als Referenz bei Harzen für wasserbasierte Foliendruckfarben etabliert. Mit ihrer hervorragenden Beständigkeit beziehungsweise Laminierverbundkraft in Verbindung mit einer hohen Wiederanlösbarkeit weisen diese wasserbasierten Harze für Bedrucker flexibler Verpackungen und Weiterverarbeiter eine mit lösemittelbasierten Alternativen vergleichbare Performance auf. Mit der Produktlinie Joncryl HSL bietet BASF Optionen für Heißsiegellacke bei unterschiedlichen Anwendungen und sorgt für sichere Versiegelung und einfache Ablösbarkeit. Das Joncryl MB-Portfolio ist das Ergebnis des BASF-Biomassebilanzansatzes für wasserbasierte Bindemittel und ermöglicht signifikante Einsparungen bei CO2-Emissionen, ohne dass Kompromisse bei Qualität und Leistung eingegangen werden.

Die Joncryl HPB-Technologie der BASF bietet Formulierern wasserbasierte Polymere für den Einsatz in Beschichtungen zur Herstellung recycelbarer funktionaler Verpackungen aus Papier und Karton an. Zu diesen Lösungen gehört das Joncryl HPB-System für recycelbare, repulpierbare Beschichtungen, die nicht nur ähnliche Wasserbeständigkeits- und Heißsiegeleigenschaften wie übliche Polyethylen-Extrusionsbeschichtungen aufweisen, sondern auch für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen sind. Im Bereich Digitaldruck hält die BASF eine Reihe hochwertiger Rohstoffe für wasserbasierte Inkjet-Druckfarben aus dem Joncryl DPS-Portfolio bereit.

Quelle: BASF (für den Inhalt verantwortlich)