Das ifo Institut begrüßt das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz

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Bild: Pixabay/geralt

„Angesichts der Alterung der Bevölkerung steht Deutschland in den kommenden Jahren vor einem immer größeren Mangel an Fachkräften. Das neue Gesetz, das am 1. März 2020 in Kraft tritt, trägt dazu bei, mehr Fachkräfte zu bekommen und Deutschland als Einwanderungsland attraktiver zu gestalten“, kommentiert Panu Poutvaara, Leiter des ifo Zentrums für Internationalen Institutionenvergleich und Migrationsforschung.

„Der Anteil der Unternehmen, die in unseren Umfragen über Fachkräftemangel klagen, hat bereits seit 2010 stark zugenommen“, konstatiert Timo Wollmershäuser, Leiter der Konjunkturforschung beim ifo Institut. „Der Bedarf bei Dienstleistern und auf dem Bau ist weiterhin hoch, auch wenn die konjunkturelle Abkühlung in der Industrie dort die Lage seit 2019 entschärft hat.“

„Der Bedarf an Fachkräften ist durch den Wandel der Wirtschaft heutzutage viel höher als in den vergangenen Jahrzehnten“, fügt Poutvaara hinzu. „Doch bleibt das neue Gesetz ausbaufähig, insbesondere, wenn es um Zuwanderer geht, die zur Arbeitsplatzsuche nach Deutschland einreisen.“ Das Grundprinzip, dass Zuwanderer ihren Lebensunterhalt selbst sichern müssen und ihnen kein Anspruch auf Sozialleistungen zusteht, sei der richtige Ansatz. Allerdings sei die mögliche Probe-Arbeitszeit von zehn Stunden pro Woche zu kurz.

Das ifo Institut schlägt daher vor, Zuwanderern, die zur Arbeitsplatzsuche nach Deutschland einreisen, zu erlauben, auch Jobs außerhalb ihrer Qualifikationen anzunehmen und über zehn Stunden pro Woche zu arbeiten. „Dies ermöglicht auch Berufseinsteigern und Personen mit geringeren Ersparnissen die Einreise zur Arbeitsplatzsuche“, findet Poutvaara. „Außerdem trägt die Möglichkeit, einer Arbeit nachzugehen, nicht nur zur Sicherung des Lebensunterhalts bei, sondern ermöglicht vor allem die frühzeitige Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft.“

Quelle: ifo Institut