Aus Wasserflaschen werden Laptopdeckel – Alternative zum Magnesium-Druckguss

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Die Matrix der neuen Halbzeuge besteht zur Hälfte aus Rezyklaten, die aus der Verwertung von Mehrweg-Wasserflaschen aus Polycarbonat stammen. Lanxess zielt mit den Produkten vor allem auf Anwendungen wie Laptopdeckel oder Gehäuse von Smartphones, Tablets, E-Books oder Handys (Foto: Lanxess AG)

Die Lanxess-Tochtergesellschaft Bond-Laminates baut bei ihren endlosfaserverstärkten thermoplastischen Verbundwerkstoffen der Marke Tepex eine neue Produktreihe auf.

Die Matrix der neuen Halbzeuge besteht zur Hälfte aus Rezyklaten, die aus der Verwertung von Mehrweg-Wasserflaschen aus Polycarbonat stammen. „Wir zielen mit den Produkten vor allem auf Anwendungen wie Laptopdeckel oder Gehäuse von Smartphones, Tablets, E-Books oder Handys“, erklärt Dr. Dirk Bonefeld, Leiter Marketing & Sales Consumer Electronics, Sports and Industry bei Bond-Laminates. „Darüber hinaus bieten wir mit unseren Composites eine robuste, leichtgewichtige sowie einfach und sicher zu verarbeitende Alternative zum energieintensiven Magnesium-Druckguss.“ Die Informations- und Kommunikationsbranche ist zusammen mit der Haushaltsgeräte- und Elektro-/Elektronikindustrie mit einem Anteil von rund einem Drittel am globalen Verbrauch seit Jahren der größte Abnehmer von Polycarbonat.

Erstes Produkt im Großserieneinsatz

Die neue Produktreihe leitet sich von Tepex dynalite ab, das in der Massenproduktion hochbelastbarer Strukturbauteile etabliert ist. Eine erste, in Serie eingesetzte Materialvariante hat einen Kern aus Glasfasergeweben und Decklagen aus Carbon-Endlosfasergewebe. Kurz vor dem Serieneinsatz in Laptopdeckeln steht außerdem ein zweiter Materialtyp, der neben der Matrix aus rezykliertem Polycarbonat auch einen Wirrfaser-Kern aus Carbonfaser-Rezyklaten enthält.

Exzellente mechanische Eigenschaften und hohe Flammwidrigkeit

Bonefeld: „Beide Rezyklat-Entwicklungen haben exzellente mechanische Eigenschaften. Zum Beispiel liegen die Biegefestigkeit und -steifigkeit mit Werten um 530 Megapascal beziehungsweise 45 Gigapascal mindestens auf dem Niveau der etablierten Neuware. Auch das Verarbeitungsverhalten ist gleich.“ Dank der halogenfreien Flammschutzausrüstung erfüllen beide Produkte den UL 94-Flammschutztest des US-amerikanischen Prüfinstituts Underwriters Laboratories Inc. mit der besten Klassifizierung V-0 bei Wanddicken ab 0,4 Millimeter.

Hohe Reinheit und Transparenz

In der Herstellung von großen Mehrweg-Wasserflaschen finden hochreine und hochtransparente Polycarbonate Verwendung, die für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt zugelassen sind. „Von diesem hochwertigen Eigenschaftsprofil profitieren auch unsere Rezyklate. Die hohe Transparenz macht sich beispielsweise bei Sichtbauteilen bezahlt, in denen die sehr regelmäßige Anordnung der Endlosfasern als ästhetisch ansprechendes Dekorelement genutzt wird“, erläutert Bonefeld. „Wir können uns daher vorstellen, dass sich die neuen Produkttypen auch gut für dekorative Strukturbauteile in Sportartikeln oder Automobilkomponenten eignen. Gerade aus der Sportartikelbranche haben uns zuletzt immer mehr Anfragen zu Rezyklatmaterialien erreicht.“

Biobasierte Faser- und Matrixsysteme in Entwicklung

Bond-Laminates arbeitet intensiv daran, sein Materialportfolio um weitere nachhaltige Faserverbundwerkstoffe zu erweitern. Ein Fokus liegt dabei auf Rezyklaten aus anderen Post-Industrial- oder Post-Consumer-Abfällen für die Thermoplastmatrix von Tepex. „Wir arbeiten weiterhin auch am Einsatz von biobasierten Faser- und Matrixsystemen sowie von vollständig rezyklierten Carbon-Fasern.“

Das breite Produktportfolio von Bond-Laminates können sich interessierte Besucher vom 3. bis 5. März auf der JEC World in Paris-Nord Villepinte (Exhibition Center, Halle 5, Stand N33) ansehen. Lanxess ist ein führender Spezialchemie-Konzern, der 2018 einen Umsatz von 7,2 Milliarden Euro erzielte und aktuell rund 15.500 Mitarbeiter in 33 Ländern beschäftigt.

Quelle: Lanxess AG

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