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Workshop zum Thema Rohstoffsicherung und Rohstofferhalt bei Gießereistäuben

Im Rahmen des ForCycle II–Projekts zur effizienten Nutzung von Stäuben aus Gießereien, das vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz finanziert und von der Universität Augsburg, dem bifa Umweltinstitut und weiteren Partnern aus der Praxis durchgeführt wird, fand am bifa Umweltinstitut in Augsburg ein kreativer Workshop mit zahlreichen Vertretern aus Industrie und Wissenschaft statt.

Im Workshop wurden gemeinsam erste Lösungsansätze zu den folgenden Fragen erarbeitet: Welche Aufbereitungsverfahren sind für derartige Filterstäube ökologisch und ökonomisch möglich und wie können Anwendungsmöglichkeiten für die aufbereiteten Stoffströme aussehen?

Beim Gießen von Eisen entstehen Stäube, die über Abluftanlagen abgezogen und in Filtern abgeschieden werden. Die Stäube können Schadstoffanteile enthalten und einen hohen gelösten Kohlenstoffanteil besitzen; somit sind in der Regel einfache Entsorgungswege nicht möglich. Oft werden die Stäube in den Bergversatz gebracht, teilweise kann aber auch die Entsorgung auf einer Sonderabfalldeponie notwendig sein. Welcher Verwertungsweg möglich ist, hängt dabei von den jeweiligen Eigenschaften der Stäube ab. Dazu gehören sowohl die chemische Zusammensetzung (Gehalt an Hauptkomponenten und Spurenelementen) als auch die physikalischen Eigenschaften (Schüttdichte und Korngröße).

In vielen Fällen wird eine Verwertung vereinfacht, wenn die Stoffströme nicht als gefährliche Abfälle eingestuft sind. Deshalb ist die Abtrennung von Schadstoffen häufig Voraussetzung für den erfolgreichen Wiedereinsatz.

Durch die Teilnahme von Vertretern aus unterschiedlichen Industriezweigen als mögliche Nutzer, der Forschung und der beteiligten Gießereien an dem Workshop entstand eine rege Diskussion. So wurde die Möglichkeit der Anreicherung von Inhaltsstoffen und das Extrahieren von Wertstoffen durch trockenmechanische oder nassmechanische Verfahrenstechnik betrachtet. Ein weiterer interessanter Diskussionspunkt war die Aufbereitung durch chemische Verfahren. Auf diese Weise sollen die Stäube, unter Einhaltung von Grenzwerten und Spezifikationen für unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten optimiert werden.

Zu diesem Thema wurden sehr interessante Ansätze zur Abtrennung der Schwermetalle aus den Stäuben von den Teilnehmern aus Forschung und Entwicklung vorgestellt. Ferner wurden verschiedene Verwertungswege für Gießereistäube, die bereits einen hohen Anteil an Eisen haben, erörtert: In wieweit sind diese effizient zu verwerten oder welche Stellschrauben müssen genutzt werden, um dies zu erreichen? Ist ein Einsatz beispielsweise in der Ziegelei- oder der Zementindustrie möglich? Die Diskussion konzentrierte sich hier vor allem auf die Störstoffe in den Stäuben und wie eine mögliche Aufbereitung zu ihrer Entfernung aussehen könnte.

Während der Diskussionsrunden wurden innovative Ideen entwickelt, die weiterverfolgt werden sollen. Um die Stoffströme wieder in die Gießereien zurückzuführen, gibt es ferner den Ansatz, Stäube in bestehende Legierungs-Formlinge mit einzuarbeiten. Auch hier müssen die kritischen Schwermetalle vor der Weiterverarbeitung aus den Stäuben extrahiert werden. Gibt es noch weitere mögliche Potentiale bei den Gießereien, die nicht genutzt werden? Auch zu diesem Thema wurde rege diskutiert.

An dem Workshop nahmen die am Projekt beteiligten Gießereien (Giesserei Heunisch GmbH, Kemptener Eisengießerei Adam Hönig AG und Trompetter Guss GmbH Co. KG) teil, sowie die KMU Projektpartner AKW Apparate+Verfahren GmbH und GPS SIC Keßl GmbH u. Co. KG. Die Aufbereiter und Nutzer-Industrie war vertreten durch die Lober GmbH & Co. Abfallentsorgungs-KG und die Fabb-IT UG, sowie die MAN Augsburg. Aus der Forschung nahmen Vertreter folgender Institute teil: LMU Department für Geo- und Umweltwissenschaften, Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS, sowie die am Projekt beteiligte Universität Augsburg Institute of Materials Rescource Management und die bifa Umweltinstitut GmbH.

Das Projekt wird  durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz finanziert.

Quelle: bifa Umweltinstitut GmbH

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