Unterirdische Abfallsammelsysteme – auch in Kassel die beste Lösung

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Das neue Unterflursystem an der Wilhelmshöher Allee 327 ist beispielhaft für die Neugestaltung der Sammelstellen (Foto: Bauer GmbH)

Als erste Wohnungsbaugesellschaft in Kassel stattet die GWG in Kooperation mit den Stadtreinigern Kassel größere Wohnanlagen mit modernen Unterflursystemen zur Abfallentsorgung aus. Anstelle einer Batterie von Abfallbehältern für Restabfall und Leichtverpackungen sind am neuen, mit Hecken eingefassten Standplatz nur noch vier Einwurfsäulen sichtbar. Die Abfallbehälter verschwinden in der Erde.

Wer kennt sie nicht, die Probleme mit Abfalltonnen und Abfallgroßbehältern: Belästigung durch Geruch, Ungeziefer oder Nager, Überfüllung und Vandalismus. „Es gibt keine schönen Stellplätze für Abfalltonnen. Sie sind aber unverzichtbar. Daher sind unterirdische Sammelsysteme die beste Lösung“, sagt GWG-Geschäftsführer Peter Ley. In den Stadtteilen Bad Wilhelmshöhe, Mitte und Fasanenhof sind im Wohnungsbestand der GWG bereits drei Anlagen in Betrieb, acht Unterflurbehälter in der Fuldatalstraße im Stadtteil Wesertor sollen folgen, weitere sind in Planung.

Peter Ley, Geschäftsführer der GWG, und Dirk Lange, Betriebsleiter der Stadtreiniger Kassel, setzen auf Unterflursysteme für die zukunftsweisende Abfallsammlung (Foto: Stadtreiniger Kassel)

Als Besonderheit stattet die GWG die sogenannten Einwurftrommeln mit einem Schließsystem aus, sodass nur autorisierte Personen Abfall einwerfen können. Zur Vermeidung von Fehlbefüllungen ist jede Einwurfsäule mit einem farblich gekennzeichneten  Aufkleber und beispielhaften Bildern für eine eindeutige Zuordnung der jeweiligen Abfallfraktion versehen. Eine niedrige Einwurfhöhe ermöglicht zudem eine bedienerfreundliche und barrierearme Abfallsammlung.

„Die Bewohner werden vor Inbetriebnahme ausführlich per Rundschreiben über die Neuerungen und richtige Nutzung der Abfallsysteme informiert. Dies ist insbesondere wichtig, da diese mit ihrem Haustürschlüssel auch die mit dem Schließsystem versehenen Einwurftrommeln öffnen“, erklärt Ley. GWG-Kunden können sich zusätzlich zum Thema Abfallentsorgung im Innenstadtbüro der Stadtreiniger, das sich im Haus der GWG befindet, informieren und beraten lassen.

Zusammen mit der Bauer GmbH

Für die Wohnungsbaugesellschaft ist es wichtig, dass Hersteller und Entsorger von Anfang an mit im Boot sind. „Die Zusammenarbeit mit der Bauer GmbH als Hersteller und dem Entsorger ist gut und zielführend“, erklärt Peter Ley. So sind zum Beispiel bei der Standortwahl Aspekte wie die Zufahrt sowie die Halte- und Standflächen des Entsorgungsfahrzeuges zu berücksichtigen.

Bei der Wahl des UFS ist eine Abstimmung des Aufnahmesystems mit dem des Entsorgungsfahrzeuges von Bedeutung. Im Beispielfall des UFS in der Wilhelmshöher Allee 327 wird eine Pilz-Aufnahme eingesetzt, möglich wäre aber auch ein 2-Haken- beziehungsweise 3-Haken-Aufnahmesystem. Vorbereitende Arbeiten im Zuge der jeweiligen Maßnahmen erfolgen bei der GWG in der Regel durch einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb, der die Baugrube aushebt, bearbeitet und nach dem Einbau der UFS wieder verfüllt. Bei allen bisherigen Standorten wurde eine Hecke um die UFS gepflanzt, die nur im Zutrittsbereich durch einen Pflasterbelag unterbrochen wird.

Einwurfsäule mit „Hausmeister-Zugang“

Die UFS integrieren sich auf diese Weise harmonisch in die angrenzende Wohnumfeld-/Grünflächengestaltung. Die Einwurfsäule zeichnet sich durch einen sogenannten „Hausmeister-Zugang“ aus. Die Säule kann seitlich aufgeschlossen und der vordere Teil um 90 Grad aufgeschwenkt werden, um den innenliegenden Sammelbehälter zu öffnen. Dadurch können Hausmeister oder autorisierte Personen zum Beispiel größere Säcke und Beistellungen direkt einwerfen oder das System warten. Darüber hinaus kann der Schüttkegelproblematik entgegengewirkt und der Füllgrad optimiert werden.

In der Regel werden die Behälter, die fünf Kubikmeter Abfall fassen, wöchentlich oder alle 14 Tage durch die Stadtreiniger Kassel geleert. Dies geschieht mit einem Kranwagen, dessen Aufnahmetraverse den Pilz, der aus der Einwurfsäule herausragt, greift. Der Kran zieht dann den Behälter heraus und entleert ihn in das Containerfahrzeug. Während der Behälter aus der Erde gezogen wird, fährt das Sicherheitsplateau automatisch mit hoch und sichert die Grube während der Entleerung.

Der GWG-Chef resümiert: „Die Unterfluranlagen werden von den Bewohnern sehr gut angenommen, und die Entleerungen verlaufen reibungslos. Dies ist die Abfallentsorgung der Zukunft, die auch die Attraktivität des Wohnumfeldes deutlich verbessert.“

Quelle: Bauer GmbH