Verbund fordert ehrliche, wissenschaftlich basierte Diskussion über Kunststoffe

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Quelle: Verbund kompostierbare Produkte e.V.

Der Verbund kompostierbare Produkte e.V. betrachtet die jüngst wieder aufgeflammte politische Diskussion um Plastiktüten (Tragetaschen) mit großer Sorge. „Uns fehlt die sachliche, ehrliche, wissenschaftlich basierte Diskussion und Differenzierung des Einsatzes von Kunststoffen generell“, sagt Geschäftsführer Michael von Ketteler.

Es gibt zahlreiche, sehr sinnvolle, ja z.T. höchst wichtige und lebensrettende Anwendungen – zum Beispiel in den Bereichen Gesundheit, Automobil, Verpackung, Abfallwirtschaft, Landwirtschaft und viele anderen – , die durch solche überstürzten Verbots- und Reglementierungsaktionen öffentlich in Misskredit gezogen werden.

Die Vereinbarung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) mit dem Handelsverband Deutschland e.V. (HDE), freiwillig keine leichten Kunststofftragetaschen in den Verkehr zu bringen, war nachweislich erfolgreich, auch im Vergleich zu anderen Ländern Europas. Das Ziel der EU für 2025 von max. 40 Tüten pro Person und Jahr wurde mit ca. 20 bereits deutlich unterboten. Das gilt es anzuerkennen.

Die politische Absicht des BMU, jetzt noch ein überstürztes Verbot von Plastiktüten zwischen 15 und 50 Mikrometern durchzusetzen, wird keinen nennenswerten Zusatzerfolg, weder für den Umweltschutz noch den Klimaschutz bringen. Aus den Erfahrungen u.a. aus Spanien und Italien wissen wir, dass Erfolge schon über eine kluge Bepreisung zu erzielen sind. Außerdem vermissen wir einsatzbezogene Lösungsansätze, wie sie in anderen Ländern Europas beschlossen wurden bzw. intensiv diskutiert werden. „Dazu gehören auch die Biopolymere, also zertifiziert kompostierbare Kunststoffe, deren vollständige Zersetzung durch Mikroorganismen wiederholt auf wissenschaftlicher Basis belegt wurde. Wir befürworten und unterstützen insbesondere marktwirtschaftliche und kommunikative Initiativen, wie z.B. in Österreich, die es den Bürgern erleichtern feuchte Bioabfälle einfach und hygienisch zu sammeln und die Gefahr von Fehlwürfen, mangels kostenloser, nicht kompostierbarer Obst- und Gemüsebeutel aus Plastik deutlich verringern“, ergänzt Dr. Friedrich von Hesler, Mitglied des Vorstands.

Die Forderung zur Substitution von Plastik durch Papier ist weder ökologisch sinnvoll noch nachhaltig. Der Verbund kompostierbare Produkte e.V. fordert, dass existierende, vom Gesetzgeber geforderte Prüf- u/o Zertifizierungskriterien für Tüten, Taschen, Hemdchenbeutel o.ä. für alle Materialien gleichermaßen gelten.

Quelle: Verbund kompostierbare Produkte e.V.