Die globale Kupferproduktion zeigt zu Beginn des Jahres 2026 auf Minenebene insgesamt ein stagnierendes Bild. Im ersten Quartal blieb die weltweite Förderung nahezu unverändert, da Rückgänge bei der klassischen Konzentratproduktion (-1,1 %) nur durch Zuwächse bei dem SX-EW-Verfahren (+3,3 %) weitgehend kompensiert wurden.
Das berichtet die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. Regional ist die Entwicklung jedoch stark unterschiedlich: Bedeutende Rückgänge gab es in Chile (-5,8 %) sowie besonders in Indonesien (-42 % infolge von Störungen im Grasberg-Bergwerk) und teilweise in der Demokratischen Republik Kongo, wodurch das Gesamtwachstum nahezu neutral blieb.
Gleichzeitig wuchs die Produktion in Peru moderat (3,3 %) und in der Mongolei durch neue Projektkapazitäten deutlich (ca. 36 %). Strukturell ist die Produktion stark konzentriert. China und die Demokratische Republik Kongo stehen zusammen für rund 60,0 Prozent der globalen Raffinadeproduktion und treiben das Wachstum maßgeblich, während viele andere Regionen rückläufig sind.
Die Kupferlagerbestände an der LME fielen im Mai um rund 1,0 Prozent und lagen zum Monatsende bei rund 390.000 Tonnen. Parallel dazu verringerten sich die Vorräte an der SHFE um 12,0 Prozent auf rund 176.400 Tonnen. Insgesamt lagerten an LME und SHFE zusammen +121,0 Prozent Kupfer gegenüber dem Vorjahr. Auch an der Comex ist ein deutlicher Lageraufbau zu beobachten: Dort beliefen sich die Bestände Ende Mai auf rund 642.000 Tonnen; im Vorjahr bei unter 100.000 Tonnen. Insgesamt stellt sich die Versorgungslage durch den Lageraufbau an den Börsen derzeit komfortabel dar: Die gelagerten Kupferbestände können den Bedarf von etwa 16 Tagen decken.
Im ersten Quartal 2026 lag das Kupfermarktüberangebot bei 396.000 Tonnen, nachdem es im Vorjahr noch 135.000 Tonnen betragen hatte. Kurzfristig ist der Kupfermarkt durch ein deutliches Überangebot und steigende Lagerbestände geprägt. Mittelfristig wird aufgrund struktureller Angebotsrisiken und steigender Nachfrage weiterhin ein Defizit erwartet.
Der Kupferpreis stieg im Mai durchschnittlich um 4,3 Prozent an. Der Preisanstieg ist auf strukturelle Angebotssorgen, eine Diskrepanz zwischen Raffinade- und Minenproduktion sowie langfristige Nachfrageerwartungen zurückzuführen. Mit rund 1.100 US-Dollar pro Tonne Preisschwankung innerhalb des Monats ist eine Volatilität im Markt zu erkennen. Die globalen Makrotrends Elektrifizierung, KI und erneuerbare Energien stützen die Nachfrage, während das Kupferangebot begrenzt ist.
Notwendige Kapazitätsausweitungen, insbesondere vor dem Hintergrund sinkender Kupfergehalte im Erz, werden wahrscheinlich mit der gesteigerten Nachfrage nicht Schritt halten können. Für den Kupferpreis erwartet die IKB bis zum Ende des dritten Quartals 2026 eine Bewegung von +1.500 US-Dollar pro Tonne um die Marke von 13.500 US-Dollar pro Tonne.
Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG





