Die globale Primäraluminiumproduktion blieb in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 mit 24,17 Millionen Tonnen nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Während die Produktion in China, dem größten Primäraluminiumproduzenten, um rund 1,6 Prozent zulegte und auch Europa Zuwächse verzeichnete, ging die Produktion in anderen Regionen deutlich zurück: In Afrika sank die Produktion um 13,8 Prozent, in der Golfregion um 13,0 Prozent.
Das berichtet die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. Im Zuge des aktuellen Konflikts im Nahen Osten wurden die Produktionskapazitäten heruntergefahren. Die Region ist für rund 9,0 Prozent der weltweiten Primärproduktion verantwortlich, wobei Europa, die USA und Japan zu den wichtigsten Absatzmärkten zählen.
Die Aluminium-Lagerbestände an den Börsen entwickelten sich bis Ende Mai gegenläufig. An der LME waren es 338.000 Tonnen, was einem Rückgang von etwa 34,0 Prozent seit Jahresbeginn entspricht. Nachdem die Vorräte seit Juni 2024 zunächst kontinuierlich abgebaut worden waren, kam es ab Mitte 2025 wieder zu einem Lageraufbau, der unter anderem durch Rewarrantings begünstigt wurde. Im Jahr 2026 setzte sich diese Entwicklung jedoch nicht fort: Ende Mai lagen die Bestände an der LME auf einem so niedrigen Niveau wie zuletzt im September 2022. Gegenläufig entwickelten sich die Lagerbestände an der SHFE. Dort stiegen sie seit Jahresbeginn um annähernd 300,0 Prozent auf 516.000 Tonnen.
Im Mai lag der Durchschnittspreis für Primäraluminium an der LME 1,6 Prozent über dem Niveau des Vormonats und erreichte damit einen neuen Langzeitrekord. Auch die Notierung für Aluminiumlegierungen zog zuletzt deutlich an und belief sich im Mai auf 3.219 US-Dollar pro Tonne. Die Preissteigerungen sind vor allem auf Angebotsengpässe infolge des Nahostkonflikts zurückzuführen. Insbesondere die Sperrung der Straße von Hormus hat die Lieferketten gestört, sodass Vorräte zunehmend aufgebraucht werden. Dies dürfte die Verfügbarkeit von Aluminium weiter einschränken und die Preise zusätzlich stützen.
Für Primäraluminium erwarten die IKB bis Ende des dritten Quartals 2026 ein Preisniveau von rund 3.800 US-Dollar pro Tonne bei einer Bandbreite von etwa ± 200 US-Dollar pro Tonne. Für Aluminium-Legierungen wird im gleichen Zeitraum mit rund 3.400 US-Dollar pro Tonne bei einer Bandbreite von etwa ±150 US-Dollar pro Tonne gerechnet.
Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG





