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Aluminium: Das Angebot bleibt strukturell angespannt

Die globale Primäraluminiumproduktion stieg im Jahr 2025 um 1,1 Prozent auf 73,8 Millionen Tonnen. Maßgeblich für dieses Wachstum war China, dessen Produktion um 1,9 Prozent zunahm. Mit einem Anteil von rund 60 Prozent bleibt das Land der weltweit größte Produzent von Primäraluminium.

Das berichtet die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. Der Produktionsanstieg in China konnte Rückgänge in anderen Regionen kompensieren: Sowohl in Nordamerika (-1,1 %) als auch in der Golfregion (-2,9 %) war die Produktion rückläufig. Im übrigen Asien wurde hingegen ein leichter Anstieg verzeichnet, während die Produktion in Europa um 0,9 Prozent zunahm. Im Zuge des aktuellen Konflikts im Nahen Osten zählt Aluminium zu den besonders exponierten Metallen. Die Region steht für rund neun Prozent der weltweiten Primärproduktion, wobei Europa, die USA und Japan zu den wichtigsten Absatzmärkten zählen. Belastend wirken die schwache Nachfrage aus der Automobil-, Bau- und Anlagenbauindustrie sowie strukturelle Wettbewerbsnachteile am Standort Deutschland.

Die Aluminium-Lagerbestände an den Börsen entwickelten sich bis Ende Februar rückläufig. An der LME betrug der Rückgang seit Ende Januar 6,1 Prozent, dort lagerten zum Monatsende 465.550 Tonnen. Nachdem die Vorräte seit Juni 2024 zunächst kontinuierlich abgebaut worden waren, kam es ab Mitte 2025 wieder zu einem Lageraufbau – unter anderem begünstigt durch Rewarrantings. Diese Entwicklung setzte sich im Jahr 2026 jedoch nicht fort: Ende Februar lagen die Bestände an der LME unter dem Niveau zu Jahresbeginn. Gegenläufig entwickelten sich die Lagerbestände an der SHFE. Dort stiegen sie seit Jahresanfang um 174 Prozent auf rund 356.000 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahreswert entspricht dies allerdings lediglich einem Anstieg um 52 Prozent. An der Comex lagerten zuletzt rund 4.400 Tonnen.

Ende Februar lag der Preis für Primäraluminium an der LME um 1,6 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Die Notierung für Aluminium Alloy bewegte sich weiterhin seitwärts und lag zuletzt bei 2.579 US-Dollar pro Tonne. Gleichzeitig gewinnt Recyclingaluminium, insbesondere in China, weiter an Bedeutung. Vor dem Hintergrund des neuen, am 5. März 2026 veröffentlichten chinesischen Fünf-Jahres-Plans zur Senkung der CO₂-Intensität dürfte der Ausbau der Sekundäraluminiumproduktion weiter zunehmen. Da die Primärproduktion in China durch regulatorische und energiepolitische Vorgaben begrenzt ist, bleibt das Angebot strukturell angespannt.

Für Primäraluminium erwartet die IKB bis Ende des zweiten Quartals 2026 ein Preisniveau von rund 3.100 US-Dollar pro Tonne bei einer Bandbreite von etwa ±200 US-Dollar pro Tonne. Für Aluminium-Alloy wird im gleichen Zeitraum mit rund 2.500 US-Dollar pro Tonne bei einer Bandbreite von etwa ±100 US-Dollar pro Tonne gerechnet.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG

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