Nachdem die weltweite Rohstahlproduktion im Jahr 2025 um rund 2,0 Prozent zurückgegangen war, erreichte auch die deutsche Rohstahlproduktion mit 34,1 Millionen Tonnen den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise im Jahr 2009. Im Januar konnte die deutsche Produktion um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegen, während die globale Weltrohstahlproduktion um 6,5 Prozent zurückging.
Das berichtet die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. Haupttreiber ist China, welches mit einem Rückgang von 13,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag und allein rund 51 Prozent der weltweiten Produktion ausmachte. Gründe für den starken Rückgang in China sind eine strukturelle Schwäche im Bausektor, ein Nachfragerückgang in der verarbeitenden Industrie sowie Kapazitätskürzungen. Die globale Rohstahlproduktion dürfte im Jahr 2026 leicht rückläufig sein und um rund 0,3 Prozent sinken.
Im Februar 2026 zeigte der Schrottmarkt einen Aufwärtstrend von +3,6 Prozent bei Stahlaltschrott und +4,1 Prozent bei Stahlneuschrott. Ausgelöst wurde dieser Anstieg durch
witterungsbedingte Engpässe, eingeschränkte Logistik und geringere Importe infolge ukrainischer Exportbeschränkungen. Besonders im Osten Deutschlands führte die Knappheit zu einer deutlich festeren Marktlage, während der Westen nur moderat betroffen war. Auf der Exportseite blieb die Nachfrage schwach, da die Türkei sich zurückhielt und somit keine stützenden Impulse setzte.
Gleichzeitig blieb das Neuschrottaufkommen, insbesondere in den Bereichen Automobilindustrie und Maschinenbau, gering, wodurch sich das Angebot weiter verengte. Für März wird eine seitwärts bis leicht schwächere Entwicklung erwartet: Eine Exportbelebung fehlt, doch die Angebotsknappheit begrenzt größere Rückgänge.
Im Februar 2026 notierten die Stahlpreise insgesamt fester: Warmbreitband verteuerte sich um 3,5 Prozent, verzinkte Bleche um 2,8 Prozent und Walzdraht um 3,6 Prozent. Die Eisenerzpreise fielen von rund 103 US-Dollar pro Tonne Ende des Jahres auf etwa 100 US-Dollar pro Tonne Ende Februar. Grund dafür waren steigende Eisenerzvorräte in Kombination mit schwachen saisonalen Effekten. Der Preis für Kokskohle notierte Ende Februar bei 247 US-Dollar pro Tonne und damit rund 4,8 Prozent über dem Wert des Vormonats. Dies ist der höchste Wert seit Mitte 2024. Angesichts der schwachen Abnehmernachfrage, insbesondere in China, bleibt der Spielraum für Preiserhöhungen begrenzt.
Die IKB geht daher für das zweite Quartal 2026 von stabilen bis leicht steigenden
Stahlpreisen aus. Eine echte Trendumkehr ist für das Jahr 2026 nicht zu erwarten, sondern eine Preisstabilisierung ohne große Ausreißer nach oben oder unten.
Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG



