Aluminium: Die Preise zogen im Verlauf des August 2021 weiter an

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Aluminiumschrott (Quelle: Tomra)

Die weltweite Primäraluminiumproduktion zog bis Ende Juli 2021 um 4,6  Prozent an. Hauptträger war der Anstieg in China um gut sieben Prozent. Die IKB erwartet in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information nun im Gesamtjahr 2021 im Vergleich zu 2020 einen Produktionsanstieg auf rund 66,3 Millionen Tonnen sowie 12,5 Millionen Tonnen Recyclingaluminium.

Der starke Anstieg in China könnte noch etwas abschmelzen, da der Vergleichszeitraum 2020 den Lockdown umfasste. Im übrigen Asien erfolgte ein Anstieg um 8,4 Prozent, die Golfregion lag leicht unter dem Vorjahresniveau. In Europa kam es insgesamt zu einer Seitwärtsbewegung. In Nordamerika sank die Erzeugung geringfügig, während sich die Erzeugung in Lateinamerika deutlich erholt hat. Die Aussichten für den Aluminiumeinsatz in den Abnehmerbereichen sind weiter sehr positiv. In der Pkw-Produktion wird im laufenden Jahr ein Anstieg gegenüber 2019 von acht Kilogramm pro Fahrzeug gesehen.

Recyclingaluminium: Vor allem China baut weitere Kapazitäten auf

Die Lagerbestände von Primäraluminium an der LME haben sich kräftig auf 1,33 Millionen Tonnen zurückgebildet: An der SHFE sanken diese auf 249.000 Tonnen. In den Lagern der Comex befinden sich dagegen nur knapp 40.000 Tonnen. Damit ist aber immer noch eine gute Versorgung gegeben. Die LME- Bestände an Recyclinglegierungen machen lediglich 1.800 Tonnen aus. Die Vorräte entsprechen dem Gesamtverbrauch (Primär- und Recyclingaluminium) von rund 7,5 Tagen. Derzeit baut vor allem China weitere Kapazitäten für Recyclingaluminium zur langfristigen Versorgungssicherheit des Marktes auf. Dies ist auch unter Nachhaltigkeitsaspekten sinnvoll, zumal bis 2027 je Pkw weitere 24 Kilogramm Aluminium zusätzlich zu der im laufenden Jahr eingesetzten Menge verwendet werden sollen. Allerdings bestehen auch Sorgen in Bezug auf eine temporäre Stilllegung von Primäraluminiumkapazitäten.

Die Primäraluminiumpreise zogen im Verlauf des August 2021 weiter an: Ursachen waren neben den Erfolgen bei Covid-19-Impfungen vor allem ein steigender Aluminiumbedarf nicht nur aus der Automobilindustrie. Es mehrten sich auch Sorgen über eine mögliche Verknappung und Marktengpässe, falls China seine Primärproduktion einschränken sollte. Die investive Nachfrage erhöhte sich nach dem kräftigen Anstieg der Vormonate weiter: Die Zahl der Handelskontrakte stieg im August 2021 auf 312.000. Bis Ende 2021 erwartet die IKB daher eine Preisbewegung für den Primäraluminiumpreis um die Marke von 2.550 US-Dollar pro Tonne in einem Band von +400 US-Dollar pro Tonne. Die Preisdifferenz zur Notierung von Recyclingaluminium an der LME hat sich normalisiert. Unverändert erfordern der minimale Börsenbestand und die hohe Nachfrage eine höhere europäische Recyclingaluminiumproduktion. Im weiteren Verlauf 2021 wird ein Preisabstand von um die 300 US-Dollar pro Tonne gesehen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG

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