Gütersloher Wertstoffzentrum erhält QUBA-Zertifizierung für nachhaltige Entsorgung

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Gruppenfoto (von links nach rechts): Daniel Rutte, Qualitätsbetreuung QUBA Qualitätssicherung Sekundärbaustoffe GmbH, Alfred Winkelmann, Geschäftsführer Gütersloher Wertstoffzentrum GmbH (GWG), Dr. Klaus Mesters, Geschäftsführer KM GmbH für Straßenbau- und Umwelttechnik, Thomas Fischer, Geschäftsführer QUBA Qualitätssicherung Sekundärbaustoffe GmbH (Foto: Hagedorn Unternehmensgruppe)

Die QUBA verleiht dem Gütersloher Wertstoffzentrum als ersten Betrieb in NRW das Siegel für qualitätsgeprüfte recycelte Baustoffe. Jetzt fand die Übergabe statt.

Die Anforderungen an die Abfallentsorgung werden immer komplexer. In Hinblick auf die gesellschaftlich gesetzten Nachhaltigkeitsziele für das Jahr 2030 setzt das Gütersloher Wertstoffzentrum GmbH (GWG) bereits längere Zeit auf die Wiederverwertung von Abfall. Dies wurde nun belohnt – mit der Zertifizierung der Qualitätssicherung Sekundärbaustoffe GmbH (QUBA) erhält das GWG offiziell die Garantie für recycelte Baustoffe nach dem QUBA-Standard. „Wir sind stolz darauf, hochwertige und nun auch zertifizierte Sekundärrohstoffe aus Bauschutt, Straßenaufbruch, Beton und Ziegel herzustellen“, sagt Alfred Winkelmann. Der Geschäftsführer des Gütersloher Wertstoffzentrums ist überzeugt: „So können wir die Kreislaufwirtschaft ankurbeln und mit der QUBA das Ziel verfolgen, einen funktionierenden Markt für Sekundärbaustoffe zu konstruieren.“

Einsatz von Sekundärbaustoffen – einfach und rechtssicher

Die Qualitätssicherung Sekundärbaustoffe GmbH (QUBA) ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse), des Deutschen Abbruchverbands e.V. (DA) sowie des Zentralverbands des deutschen Baugewerbes e.V. (ZDB).

Thomas Fischer ist der Geschäftsführer der QUBA und erklärt, dass die hergestellten Baustoffe mit den aktuell geltenden bau- und umwelttechnischen Richtlinien übereinstimmen. Zu den Qualitätsmerkmalen, im Sinne der Nachhaltigkeit und dem Kreislaufwirtschaftsgesetz, zählen die schadlose, ordnungsgemäße Verwertung der Baustoffe. Mit dem QUBA-Qualitätssiegel wird es Bauherren, Architekten und Bauunternehmen zukünftig erleichtert, geeignete Baustoffe für die Einsatzbereiche zu erkennen.

Die Fremdüberwachung am GWG übernimmt die KM GmbH für Straßenbau und Umwelttechnik aus Bochum, ein langjähriger Partner des Gütersloher Wertstoffzentrums.  Die KM GmbH beschäftigt sich unter anderem mit der Erstellung unabhängiger Gutachten über bautechnische Einsatzmöglichkeiten von Recyclingbaustoffen im Straßen- und Erdbau.

Baustoffabfälle können mithilfe des Einsatzes hochmoderner Technik heute sehr hochwertig aufbereitet werden. An dieser Stelle räumte bvse-Geschäftsführer Stefan Schmidmeyer mit dem Vorurteil auf, „man wisse bei sekundären Baustoffen nicht, welche Qualität man bekomme“. Gerade die recycelten Baustoffe unterliegen einer sehr strengen Qualitätskontrolle und Zertifizierung. Zum Teil seien die Standards sogar höher als bei Primärrohstoffen. Bei der Vergabe des QUBA-Siegels wird neben der Umweltverträglichkeit auch die Bautechnik sekundärer Baustoffe überprüft, sodass hervorgeht, aus welchen Stoffen der Sekundärbaustoff besteht und welche umweltrelevante Einstufung jeweils besteht.

Die Gestaltung eines funktionierenden Marktes für Sekundärbaustoffe ist das Ziel der QUBA. Hier solle Gleichberechtigung für Primär- und Sekundärbaustoffe herrschen und die Nachfrage sowie der Einsatz unter gleichen Bedingungen ablaufen.

Das bereits 37 Jahre bestehende RAL-Gütezeichen für Recyclingbaustoffe der BGRB wurde am 1. Juni 2021 durch das QUBA-Qualitätssiegel abgelöst. Der Hintergrund ist unter anderem die Schaffung eines großen, gemeinsamen Qualitätssiegels. Der endgültige Übergang soll bis Ende 2021 abgeschlossen sein.

Das GWG als Recycling-Spezialist

Das ausgezeichnete GWG ist ein Unternehmen der Hagedorn Gruppe mit Sitz in Gütersloh und agiert deutschlandweit als Entsorger und Verwerter. Pro Jahr werden über 750.000 Tonnen an Wert- und Sekundärbaustoffen auf dem 50.000 Quadratmeter großen GWG-Gelände gehandelt. Mit ausgereiftem Stoffstrommanagement wird der Großteil des Abfalls der Wiederverwertung zugeführt. Dies dient neben der Kostenersparnis insbesondere der gelebten Nachhaltigkeit. Denn aufgrund verschiedener Produktions- und Konsumzwecke werden der Umwelt beständig natürliche Primärrohstoffe entnommen und zugleich vermehrt Abfälle produziert. „Als Recycling-Spezialist wirken wir diesem Prozess entgegen, denn wir setzen verstärkt auf Sekundärbaustoffe und entfernen uns immer weiter von der Einwegmentalität“, erklärt Geschäftsführer Alfred Winkelmann.

Quelle: Hagedorn Unternehmensgruppe

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