„So gut wie das Schweizer eRecycling kann keine Ausrede sein“

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SENS eRecycling lanciert Jahreskampagne 2021.

Das Recycling von Elektro- und Elektronikgeräten ist in der Schweiz angeblich so erfolgreich „wie nirgendwo sonst in Europa“. Doch selbst in der Schweiz werden ausrangierte Geräte zum Teil sehr lange im Haushalt behalten und nicht dem Recycling zugeführt. In ihrer neuen Kommunikationskampagne stellt die Stiftung SENS eRecyling augenzwinkernd die beliebtesten Recycling-Ausreden auf den Prüfstand und kommt zum Schluss: „So gut wie das Schweizer eRecycling kann keine Ausrede sein!“

Das Schweizer Recyclingsystem für Elektro- und Elektronikgeräte, das SENS eRecycling in Zusammenarbeit mit Fachhändlern, Sammelstellen und Recyclingbetrieben aufgebaut hat, ist eine Erfolgsgeschichte. Die Zahlen sprechen für sich: In den letzten 30 Jahren wurden in der Schweiz nicht weniger als 1.2 Millionen gebrauchte Elektrogeräte gesammelt. Daraus konnten insgesamt 830.000 Tonnen Eisen, Stahl, Aluminium, Kupfer und Gold gewonnen werden und wieder in die Produktion zurückfließen. Gleichzeitig konnten dank eRecycling 3.700 Tonnen Schadstoffemissionen vermieden und somit die jährliche Umweltbelastung in der Schweiz um vier Prozent reduziert werden.

Doch so beeindruckend diese Zahlen auch sind: Auch in der Schweiz wird Elektroschrott nicht immer sofort entsorgt. Das zeigt eine Studie der Hochschule für angewandte Psychologie der Fachhochschule Nordwestschweiz, die im Auftrag von SENS eRecycling durchgeführt wurde.

Barrieren gegenüber dem Loslassen

70 Elektrogeräte besitzt ein Schweizer Haushalt im Durchschnitt. „Fast alle Personen, die an der Studie teilnahmen, waren selber überrascht über die hohe Anzahl der Geräte in ihrem Haushalt“, sagt Sabrina Bjöörn, Leiterin Marketing und Kommunikation bei SENS eRecycling. „Zudem fiel es den Teilnehmenden schwer, sich einzugestehen, dass sich bestimmte Geräte in dem Stadium befinden, wo sie definitiv nicht mehr zu gebrauchen sind und auch nicht mehr repariert werden können.“ Lieber hält man stattdessen an der vagen Hoffnung fest, dass die Geräte in Zukunft vielleicht doch noch einen potentiellen Nutzwert haben. Als Folge davon dämmern viele Geräte im Haushalt vor sich hin, ohne faktisch noch genutzt zu werden.

Die Barrieren gegenüber dem Loslassen sind bei liebgewonnenen Geräten noch immer teilweise hoch. Das korrekte Entsorgen wird in diesen Fällen nicht als wertvoller letzter Schritt eines Gerätes angesehen wird, sondern als persönlicher Verlust.

Vergessene und missverstandene Geräte

Andere Geräte hingegen werden schlicht und einfach vergessen. „Sind die kaputten Geräte erst einmal im Keller verstaut, verliert man sie aus den Augen – und somit auch aus dem Sinn“, sagt Sabrina Bjöörn. Wiederum andere, vor allem kleine batteriebetriebene Gerätschaften werden fälschlicherweise nicht als „echte“ Elektrogeräte wahrgenommen und deshalb nicht korrekt entsorgt.

Fehlendes Wissen

Manchmal stehen auch fehlendes Wissen und fehlende Entsorgungsroutinen dem Recyceln von Elektrogeräten im Weg. „Zwar fühlten sich die Teilnehmenden recht gut darüber informiert, wie bei uns die Entsorgung von Elektrogeräten funktioniert“, sagt Sabrina Bjöörn. „Dass das Recycling vorteilhaft für die Umwelt ist, ist bei den meisten jedoch nur eine persönliche Annahme, die nicht auf fundiertem Wissen beruht.“ Vor allem über den Vorgang des Recyclings, den Wert von recycelten Wertstoffen und ihre weitere Verwertung bestehen keine konkreten Vorstellungen: „Das wollen wir mit unserer Kampagne ändern.“

Am Puls der Schweizer Bevölkerung

Mit der neuen Kommunikationskampagne fühlt SENS eRecycling auf sympathische Art den Puls der Schweizer Bevölkerung und lässt Jung und Alt in Videos und auf Social-Media-Kanälen zu Wort kommen. „Es ist uns wichtig, dass wir mit unserer Kampagne nah an der Schweizer Bevölkerung dran sind. Wir wollen wissen, wie sie in Recyclingfragen tickt, warum Geräte entsorgt werden und warum eben nicht“, sagt Sabrina Bjöörn. In den zu Tage tretenden, oft witzigen und manchmal auch rührigen Ausreden werden sich sicher viele Menschen wiedererkennen. „Auch ich fühlte mich das eine oder andere Mal ertappt“, schmunzelt Sabrina Bjöörn.

Die Kommunikationskampagne von SENS eRecycling erschöpft sich jedoch nicht darin, der Schweizer Bevölkerung humorvoll den Spiegel vorzuhalten. „Ausreden sind menschlich, wir alle verwenden sie ab und zu“, weiß Sabrina Bjöörn. Vielmehr will man den Ausreden auf informative und unterhaltsame Art Fakten gegenüberstellen: „Recycling soll nicht mehr länger als persönlicher Verlust wahrgenommen werden, sondern als letzte gute Tat, die man mit seinem Elektrogerät für die Umwelt leisten kann.“

Quelle: SENS eRecycling

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