Der Digitale Produktpass: Ein lückenloser Lebenslauf für Produkte

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Im Projekt DIMOP werden digitale Werkzeuge entwickelt, mit denen sich die Kreislauffähigkeit von Kunststoffprodukten auf einfache Weise ermitteln und verbessern lässt, zum Beispiel indem die Anzahl der Materialkomponenten reduziert wird (Bild: Jan Werner / SKZ Würzburg)

Kurzstudie im Rahmen der Umweltpolitischen Digitalagenda des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Vom Rohstoff über die Nutzungsphase bis hin zum Recycling: Die Betrachtung des gesamten Produkt-Lebenszyklus ist entscheidend für die Bewertung der Umweltwirkung. Doch nicht immer sind Lieferketten lückenlos und transparent dokumentiert. Der digitale Produktpass soll diese Lücke schließen und alle umweltrelevanten Informationen für Herstellerfirmen, Konsumenten sowie Reparaturbetriebe und Recyclingunternehmen im „Single Point of Truth“ zusammenfassen.

Herstellerfirmen und Recyclingunternehmen können anhand des digitalen Produktpasses den Ursprung der Rohstoffe und die genaue Zusammensetzung erfahren und so sicherstellen, dass dabei ökologische und soziale Standards eingehalten werden. Konsumenten könnten in Zukunft dann auch mittels einer App mehr zu den Produktionsbedingungen erfahren, um bewusstere und nachhaltigere Kaufentscheidungen zu treffen.

Bislang hat sich ein breit anwendbarer digitaler Produktpass in der Praxis noch nicht etabliert. „Zwar existieren erste Ansätze, diese haben jedoch oftmals keine einheitlichen Standards oder die Daten sind nicht zentral in einer Datenbank verfügbar“, stellte Thomas Götz, Co-Leiter des Forschungsbereichs Energiepolitik in der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut, fest. Hier setzt die Kurzstudie „Der Digitale Produktpass als Politik-Konzept“ an, die nun als Wuppertal Report im Rahmen der Umweltpolitischen Digitalagenda des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) erschienen ist.

Thomas Götz und die beiden wissenschaftlichen Mitarbeitenden Thomas Adisorn und Lena Tholen aus dem gleichen Forschungsbereich greifen im Wuppertal Report Erkenntnisse zu verschiedenen bestehenden Produktpass-Ansätzen auf und stellen den aktuellen Diskussionsstand zu diesem Thema dar. Sie skizzieren darüber hinaus erste Ansätze für eine mögliche Umsetzung eines breit anwendbaren digitalen Produktpasses. Die Kurzstudie soll damit insbesondere neue Impulse und Anknüpfungspunkte für weiterführende politische Initiativen auf nationaler und europäischer Ebene zur konkreten Umsetzung des digitalen Produktpasses liefern.

Daneben erklärt Thomas Götz im BMU-Interview, wieso der Produktpass für transparente Lieferketten wichtig ist, weshalb er Einfluss auf unsere Kaufentscheidungen haben wird und warum zum Beispiel unsere Smartphones als erstes einen Produktpass bekommen sollten.

Das Interview, der Wuppertal Report Nr. 20 „Der Digitale Produktpass als Politik-Konzept“ sowie weitere Informationen sind unter https://wupperinst.org/a/wi/a/s/ad/7340 kostenfrei verfügbar.

Quelle: Wuppertal Institut

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