EU-Bodenstrategie: Kommission startet öffentliche Konsultation

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Bild: Pixabay

Die Kommission hat eine öffentliche Online-Konsultation zur Entwicklung einer neuen EU-Bodenstrategie gestartet. Dies ist die letzte einer Reihe von öffentlichen Konsultationen zu verschiedenen Ökosystemen, mit denen die spezifischen Verpflichtungen der EU-Biodiversitätsstrategie 2030 erfüllt werden sollen.

Gesunde Böden sind entscheidend für das Erreichen der Ziele des Europäischen Green Deals wie Klimaneutralität, Wiederherstellung der biologischen Vielfalt, Null-Verschmutzung, gesunde und nachhaltige Lebensmittelsysteme und eine widerstandsfähige Umwelt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können bis zum 27. April an der Konsultation teilnehmen.

Virginijus Sinkevičius, Kommissar für Umwelt, Ozeane und Fischerei, sagte: „Ein Viertel der biologischen Vielfalt unseres Planeten befindet sich im Boden. Das ist buchstäblich ein Schatz unter unseren Füßen, und unsere Nahrung und unsere Zukunft hängen davon ab. Wir müssen die Europäische Union mit einer robusten Bodenpolitik ausstatten, die es uns ermöglicht, unsere ehrgeizigen Ziele in den Bereichen Klima, Biodiversität und Ernährungssicherheit zu erreichen, und wir müssen unsere Bemühungen verstärken, den Boden so zu bewirtschaften, dass er den Menschen, der Natur und dem Klima nützt.“

Gesunde Böden produzieren unsere Nahrungsmittel und Rohstoffe, reinigen unser Trinkwasser, verringern Überschwemmungsrisiken und speichern riesige Mengen an Kohlenstoff. Die EU will bis 2030 erreichen, dass 75 Prozent der Böden gesund sind. Ziel ist es, eine bessere Bodenbewirtschaftung zu erreichen und eine weitere Verschlechterung der Böden zu stoppen. Die EU-Bodenstrategie wird daher untersuchen, wie die Bodenfruchtbarkeit geschützt, die Erosion verringert und die organische Substanz des Bodens erhöht werden kann, wobei die internationalen Verpflichtungen der EU berücksichtigt werden.

Hintergrund

Die Prozesse der Bodenbildung und Regenerierung der Böden vollziehen sich extrem langsam. Böden zählen daher zu den nicht erneuerbaren Ressourcen. Die wichtigsten Prozesse, die zur Verschlechterung der Bodenqualität in der EU beitragen, sind Erosion, der sinkende Gehalt an organischen Stoffen, Verschmutzung, Versalzung, Verdichtung, Verarmung der biologischen Vielfalt der Böden, Versiegelung sowie Überschwemmungen und Erdrutsche.

Die Verschlechterung der Bodenqualität ist in ganz Europa ein schwerwiegendes Problem. Sie wird durch ungeeignete landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Praktiken, Industrie, Fremdenverkehr, Verstädterung, die Anlage neuer Industriegebiete sowie durch Raumordnungsmaßnahmen verursacht beziehungsweise noch verschärft.

Bürger, Organisationen und relevante Akteure sind eingeladen, sich an der öffentlichen Konsultation zu beteiligen, die 12 Wochen lang bis zum 27. April 2021 für Rückmeldungen offen bleibt.

Pressekontakt: Claudia Guske, +49 (30) 2280-2190

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums Erlebnis Europa per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

Quelle: EU-Kommission

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