Institut für Ozean Plastik Recycling sondiert Kooperationen mit der Industrie

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Foto: ©AP images/European Union-EP

Die Anfang November gegründete Institut für Ozean Plastik Recycling (IFOPR) gGmbH startet in eine entscheidende Phase.

Auf Hochtouren laufen nicht nur die Evaluation und Vorbereitung des Pilotprojekts „Silicon Harbour“; um das Vorhaben voranzutreiben, führt das Institut seit Anfang Januar auch intensive Gespräche mit Entscheidern aus der deutschen Industrie – und die Ergebnisse sind den Angaben nach bisher vielversprechend.

Erste Kooperationsangebote aus der deutschen Wirtschaft

IFOPR-Mitgründer Herbert Hornung freut sich über die positive Resonanz aus den deutschen Chefetagen: „Im 21. Jahrhundert werden auf Dauer nur wirklich nachhaltige Geschäftsmodelle Bestand haben. Unser Eindruck ist: Die Entscheidungsträger in der deutschen Industrie haben verstanden, dass sie in den Handlungsmodus schalten müssen, um die Idee der Kreislaufwirtschaft zum Leben zu erwecken. Mit unserem Ansatz, aus dem Plastikmüll in den Weltmeeren ein nachhaltiges Geschäftsmodell im Interesse aller Menschen zu machen, stoßen wir daher nicht nur auf Interesse, sondern auf regelrechte Begeisterung.“

Denkbar wären für das IFOPR vor allem Kooperationen, bei denen produzierende Unternehmen aus der Industrie Produktionsstätten am „Silicon Harbour“ errichten und den dort angelieferten Plastikmüll direkt zu Produkten weiterverarbeiten. „Das würde die Lieferketten nachhaltig in Lieferkreisläufe transformieren“, sagt Hornung.

Ab dem Frühjahr: Öffentlichkeit und junge Generation sensibilisieren

Gleichzeitig führen die Gründer des IFOPR intensive Gespräche mit Vertretern der regionalen und überregionalen Politik. „Wir als Menschheit stehen vor einer Mammutaufgabe, die wir nur Schritt für Schritt und Hand in Hand lösen können“, sagt Mitgründer Peter Bales. „Wir vom IFOPR möchten ein breites Bündnis schmieden. Die Politik ist ein wichtiger Partner zur Bewerbung unserer Idee.“

Dazu gehört auch Aufklärungsarbeit, an der sich die Menschen aktiv beteiligen können: „Sobald die Beschränkungen durch die Corona-Pandemie gelockert werden können, wollen wir auch die interessierte Öffentlichkeit stärker in unsere Arbeit einbeziehen“, stellt Bales in Aussicht. „Wir denken zum Beispiel über großangelegte öffentliche Sortieraktionen in Zusammenarbeit mit Schulen nach – mit dem Ziel, der ganz jungen Generation konkrete Antworten auf ihre Fragen zu geben. Es macht einen Unterschied, ob man abstrakt davon hört, wie viele Tonnen Plastikmüll Jahr für Jahr im Ozean landen – oder ob man das Problem direkt in Händen hält.“ Aktuell eruiert das IFOPR für diese Aktionen mögliche Standorte.

Parallel läuft auch die Suche nach Finanzierungspartnern. Laut Business-Plan sind für das Pilotprojekt „Silicon Harbour“ rund 1,8 Millionen Euro zu veranschlagen. Das IFOPR freut sich daher über jeden Hinweis auf Fördermöglichkeiten sowie seriöse Kooperationsangebote seitens Industrie, Wissenschaft und Politik.

Hintergrund: Über die IFOPR gGmbH und das Projekt „Silicon Harbour“

Die Institut für Ozean Plastik Recycling (IFOPR) gGmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Lösungsansatz für die Verschmutzung der Weltmeere mit Plastik zu entwickeln. Das Beratungsinstitut mit Sitz in Würzburg arbeitet über sein Pilotprojekt „Silicon Harbour“ an einer weltweit skalierbaren Lösung. Die Idee: über einen Cradle-to-Cradle-Ansatz eine Lücke im Wirtschaftskreislauf zu schließen. Dafür kooperiert das Institut mit Reedereien und Verbänden (zur Bereitstellung der Schiffe), Forschungsinstituten (zur Entwicklung der Press- und Recyclingtechnik, des Containersystems und der Logistik) und Maschinenbauunternehmen (zur Produktion der Maschinen). Gesellschafter sind die Unternehmer Herbert Hornung und Peter Bales sowie der Steuerberater Dr. Balthasar Höhn.

Der Start von „Silicon Harbor“ ist im Frühjahr 2021 geplant. Aus dem weltgrößten Müllstrudel zwischen Hawaii und Kalifornien („Great Pacific Garbage Patch“) soll Material im Umfang von circa drei Tonnen entnommen und analysiert werden. Für dieses Vorhaben mit geschätzten Kosten von 1,8 Millionen Euro sucht das IFOPR jetzt nach Finanzierungspartnern. „Im ersten Schritt schaffen wir Fakten“, sagt IFOPR-Mitgründer Herbert Hornung. „Wir wollen und müssen genau spezifizieren, wie sich der Müllstrudel zusammensetzt. Nur so können wir unsere Planung validieren, die Lagerkapazitäten und Dimensionen der Schiffe planen, eine mögliche Zusammenarbeit mit Recyclingfirmen ausloten und die Industrie mit an Bord nehmen.“

Im Rahmen des Pilotprojekts Silicon Harbor will das IFOPR drei Fragen klären:

  1. Welcher Müll ist im Strudel enthalten?
  2. In welchem Zustand befindet sich der Müll?
  3. Welche Produkte können aus dem gewonnenen Rohstoff entstehen?

Zu den Verbündeten im wissenschaftlichen Beirat der IFOPR gGmbH zählen neben der Fraunhofer-Gesellschaft aktuell das Süddeutsche Kunststoffzentrum (SKZ) und die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS). Im nächsten Schritt strebt das IFOPR schnell weitere Kooperationen an, unter anderem mit großen Ozeanschutzvereinigungen wie 4Ocean und The Ocean Cleanup.

Quelle: Institut für Ozean Plastik Recycling (IFOPR) gGmbH

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