EU-Recycling 10/2020 Magazin: Hoffentlich gut versichert

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Foto: Sergey Nivens / stock.adobe.com

Entsorgungs- und Recyclingunternehmen sind für Versicherungsgesellschaften eine Risikogruppe und im Brandfall in ihrer Existenz bedroht – das ist bekannt: Nahezu jede Woche brennt es irgendwo in einem Betrieb, wurden alleine in Deutschland in den letzten zehn Jahren mehr als 1.400 Feuerschäden gemeldet.

Der bvse hat nun – im Rahmen eines Workshops – erste Schritte für eine tragfähige Branchenlösung in der Feuerversicherung initiiert. Denn weniger als eine Handvoll Versicherer – so der Verband – ist überhaupt noch bereit, Policen zu zeichnen. Neue und brandrisikobehaftete Materialien in den Abfallströmen, wie beispielsweise Lithium-Ionen-Batterien, haben die Vertragsbedingungen erschwert.

Wenn sich auf Seiten der Branche als auch der Versicherer möglichst viele Unternehmen anschließen – so die Überzeugung –, könnte das Vorhaben gelingen. Dabei muss ein Vertragsrahmen geschaffen werden, der auch für Versicherungskonsortien attraktiv ist, damit sich diese des Themas einer möglichen „Branchenlösung“ annehmen.

Das setzt Transparenz und Daten voraus, die den Versicherern eine Grundlage zur Analyse der Versicherbarkeit geben. Der bvse will dazu proaktiv von den Mitgliedern Informationen sammeln, tatsächliche Risikomerkmale für Schadensereignisse ermitteln und andere Organisationen für die Initiative gewinnen, um dann gemeinsam erste Projektgespräche mit Versicherungen zu führen.

EU-Recycling 10/2020 (Foto: Sergey Nivens / stock.adobe.com)

Nach den Erkenntnissen von Versicherungsberater Elmar Sittner werden sich die Unternehmen der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft auf steigende Prämien und Selbstbeteiligungen sowie erhöhte Anforderungen an den anlagentechnischen und organisatorischen Brandschutz einrichten müssen. EU-Recycling hat mit dem Experten über die Entwicklung auf dem Versicherungsmarkt gesprochen. Im Anschluss stellen im Themenspezial „Sicherheit“ verschiedene Firmen innovative Präventionssysteme und Brandschutzlösungen vor.

Des Weiteren befasst sich die vorliegende Ausgabe mit der neuen SCIP-Datenbank für besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC = substances of very high concern) in Produkten. Es besteht Meldepflicht für alle Branchen, doch ob sich der Aufwand für die betroffenen Hersteller lohnt, wird vielfach bezweifelt. Verbände in Europa bemängeln die Praxistauglichkeit. Und in Österreich treffen die Vorschläge zur Einführung eines Pfandsystems sowie einer Herstellerabgabe auf Kunststoffverpackungen nicht überall auf Zustimmung.

Wir wünschen wieder eine nützliche Lektüre und freuen uns schon auf die nächste eREC mit Ihnen. Die erste digitale Messe für die Recyclingwirtschaft war ein voller Erfolg!

Leseprobe EU-Recycling 10/2020: Jetzt die Blätterseiten ansehen oder die PDF-Datei laden.

Quelle: MSV GmbH / www.eu-recycling.com