Gewerbeabfall-Studie zeigt Entlastungs-Potential für Müllverbrennungsanlagen auf

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Blick über ein Gewerbe-Wertstoffzentrum (Jochen Zellner, Lk Neustadt/Aisch-Bad Windsheim / abfallbild.de)

Das bifa Umweltinstitut hat eine vom Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen e.V. (VBS) beauftragte Studie zum Thema „Entsorgung gemischter Gewerbeabfälle“ veröffentlicht. Die Studie sieht das größte Potential zur Entlastung der Müllverbrennungsanlagen in einer verbesserten Trennung von Gewerbeabfall an der Quelle sowie in einer Steigerung des Anschlussgrades von Haushalten an die Biotonne.

Die Studie wurde vom VBS vor dem Hintergrund bundesweiter Kapazitätsengpässe bei der energetischen Verwertung von Gewerbeabfällen vor der Coronakrise beauftragt. Es ist damit zu rechnen, dass es nach der aktuellen Wirtschaftskrise erneut zu Kapazitätsengpässen kommen wird. Denn auch der Ausstieg aus der Kohleverstromung bewirkt, dass die knappen vorhandenen Verbrennungskapazitäten in Zukunft weiter sinken werden, da einige Kohlekraftwerke derzeit Abfälle mitverbrennen.

VBS-Präsident Otto Heinz zu den Ergebnissen der Studie: „Bereits heute beraten die bayerischen Entsorger ihre Kunden bei der korrekten Trennung der Abfälle an der Anfallstelle. Damit die Kreislaufwirtschaft weiter ausgebaut werden kann, muss die Politik die Rezyklatmärkte effektiv stärken – am besten wie von der EU-Kommission geplant über Mindestrezyklatquoten. Ferner bestärkt uns die bifa-Studie in unserer Forderung nach einer flächendeckenden Biotonne, denn dies hätte einen positiven Effekt für die Umwelt und würde die Verbrennungsanlagen spürbar entlasten.“

Daneben untersucht die Studie weitere Punkte, welche bei Umsetzung die Menge der verbrannten Abfälle sinken lassen würde, wie beispielsweise: Verbesserung der Sortierung von gemischten Gewerbeabfällen in Sortieranlagen, Ausbau von Holsystemen und die Stärkung der Abfallberatung bei Leichtverpackungen, Verbesserungen beim Erfassungssystem von Altpapier, Vorsortierung von Sperrmüll sowie Maßnahmen zur Reduzierung von Einwegserviceverpackungen oder Landwirtschaftsfolien in den Müllverbrennungsanlagen.

Die Studie wird auf den Bayerischen Abfall- und Deponietagen (29. September in Augsburg) von Dr. Siegfried Kreibe (Stellvertretender Geschäftsführer bifa Umweltinstitut) und VBS-Präsident Otto Heinz vorgestellt werden.

Das bifa Umweltinstitut hat die Studie als bifa-Text Nr. 69 veröffentlicht. Download auch hier.

Quelle: Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen e.V. (VBS)

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