Auch Onlinehändler sind zur Rücknahme von Elektroschrott verpflichtet

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Elektrogeräte-Sammelbox (Foto: O. Kürth)

Eine aktuelle Studie macht Wissenslücken der Verbraucher über die Rücknahmepflichten der Onlinehändler deutlich.

Ein großer Profiteur der aktuellen Corona-Krise ist der Elektro-Onlinehandel. So stieg laut einer aktuellen Studie der Umsatz von Elektrogeräten im zweiten Quartal 2020 deutlich im Vergleich zum Vorjahresquartal. Was aber nur die wenigsten Käufer wissen ist, dass auch die Onlinehändler zur Rücknahme von Elektro-Altgeräten verpflichtet sind. Dies ergab nun eine umfangreiche Studie im Auftrag der stiftung elektro-altgeräte register.

Das von der EU vorgegebene Elektroschrott-Sammelziel von 45 Prozent hat Deutschland in 2018 knapp verfehlt. Erst kürzlich gab das Umweltbundesamt die Quote von 43,1 Prozent bekannt und verwies zeitgleich auf die nunmehr deutlich höhere Quote von 65 Prozent ab 2019. Um diese Quote erreichen zu können, muss unter anderem auch im Bereich des Onlinehandels eine bessere Rückgabequote erreicht werden.

Pflichten klar kommunizieren

Die Studie „Wie tickt E-Schrott-Deutschland?“ gibt interessante Einblicke über den Wissensstand sowie das Verhalten der Deutschen rund um das Thema E-Schrottentsorgung. Dabei zeigen sich große Wissenslücken bei den Verbrauchern im Bereich E-Commerce. So meinen 77 Prozent der Befragten, dass der Online-Händler nicht verpflichtet ist, nicht mehr genutzte Kleingeräte zurückzunehmen – gleich ob man sie dort gekauft hat oder ob man etwas  Neues kauft. Die stiftung ear als „Gemeinsame Stelle der Hersteller“ wird unter anderem mit ihrer Aufklärungskampagne PLAN E daran arbeiten, diese Wissenslücke zu schließen.

Darüber hinaus muss aber auch der Onlinehandel seine Pflichten bei der Altgeräterücknahme erfüllen und diese auch dem Verbraucher klar kommunizieren. Leider kommt es hier vereinzelt immer wieder zu Missständen. So wird über die angebotenen Rückgabemöglichkeiten teilweise nicht ausreichend informiert oder es werden nicht bei der stiftung ear registrierte Elektroartikel zum Kauf angeboten.

Die Herausforderung liegt nun darin, die Erkenntnisse der Studie „Wie tickt E-Schrott-Deutschland?“ in Maßnahmen umzusetzen, um somit die Vorgaben der EU zu erreichen. Nur gemeinsam kann die Quote von 65 Prozent erreicht werden und damit ein erheblicher Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden.

Quelle: stiftung ear