Ressourcen schonen & Kosten sparen – Kreislaufwirtschaft alltagstauglich machen

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Plastikflaschen (Foto: ©Ariane Sept / http://www.pixelio.de)

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) schlägt ein ganzheitliches Modell vor, um die ambitionierten EU-Recyclingziele zu erreichen. Dies sei volkswirtschaftlich kostengünstiger als alternative Modelle, vermeide die Belastung von Konsumenten und Unternehmen und erfülle darüber hinaus alle abfallpolitischen Zielvorgaben – nicht nur die Sammelquote für Kunststoffflaschen.

„Unser ganzheitliches Modell bezieht sowohl Betriebe als auch Haushalte und den Außer-Haus-Konsum mit ein und setzt an den drei Hebeln an, auf die es ankommt: verbesserte Erfassung von Wertstoffen, verbesserte Sortierung und Bewusstseinsbildung gegen Littering“, nennt Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die zentralen Elemente des Modells.

Konkret haben Experten der WKÖ einen Zehn-Punkte-Plan für eine alltagstaugliche Kreislaufwirtschaft entwickelt. Er soll einerseits österreichweit ermöglichen, was jetzt schon in einigen Bundesländern funktioniert. „Burgenland, Tirol und Vorarlberg erfüllen die 90-prozentige Sammelquote, die laut EU-Vorgabe bis 2029 bei Kunststoffflaschen erreicht werden soll, schon jetzt. Das umfassende Konzept soll auch bei anderen Wertstoffen die Abfallsammlung und -verwertung erhöhen“, erklärt Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung Umwelt- und Energiepolitik in der WKÖ.

Gesetzliche Vorschriften recyclingfreundlicher gestalten

Einer der Eckpunkte des Zehn-Punkte-Plans ist die österreichweit einheitliche Sammlung direkt in den Haushalten im Gelben Sack oder in der Gelben Tonne. Im Gewerbe könnten diverse Kunststoffe in vielen Fällen sortenrein erfasst werden. Am Ende müsse es auch offene Verwertungspfade geben – gesetzliche Vorschriften sollen recyclingfreundlicher gestaltet werden. Einen besonderen Schwerpunkt bildet der Freizeitkonsum. Derzeit gibt es auf Spielplätzen, Wanderwegen und Radwegen oft nur einen Behälter für alle Abfälle, künftig sollte es einen eigenen für Wertstoffe geben. Partymeilen müssten mit den entsprechenden Erfassungskapazitäten ausgestattet werden.

Um das „Littering“ (Wegwerfen von Abfall im öffentlichen Raum) auszuschalten, brauche es Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen in Verbindung mit Abgabemöglichkeiten in zumutbarer Entfernung. Smarte Sammelbehälter könnten die Bereitschaft zur Rückgabe von Wertstoffen erhöhen. Diese mit Chips ausgestatteten Behälter erkennen Wertstoffe und schreiben für deren Rückgabe am Handy Bonuspunkte gut, die bei teilnehmenden Unternehmen eingelöst werden können.

Die zehn Punkte in der Übersicht:

  1. Vereinheitlichung der Sammelstruktur über ganz Österreich
  2. Vom Bring- zum Holsystem – weiterer Ausbau
  3. Öffentliche Gebäude besser erfassen
  4. Freizeitkonsum besser erfassen
  5. Gewerbeabfall besser erfassen
  6. Wertstoffe aus Siedlungs-/Gewerbemüll sortieren, wenn erforderlich und sinnvoll
  7. Besser Verwerten – Verwertungspfade öffnen
  8. Problem Littering an der Wurzel packen
  9. Ökologisches Verpackungsdesign weiteroptimieren
  10. Smarte Sammelbehälter

„Mit diesem umfassenden Zugang zur Ressourcenschonung erzielen wir größere Wirkung als mit einem Pfandsystem. Und wir ersparen uns zugleich alle Kosten, die ein Einwegpfand mit sich bringen würde“, ist Kopf überzeugt. Laut WKÖ-Berechnung beläuft sich die Ersparnis auf zumindest 60 Millionen Euro pro Jahr.

Alltagstaugliche Kreislaufwirtschaft für alle Konsumsituationen

Das Konzept mache die Kreislaufwirtschaft für alle Konsumsituationen alltagstauglich, fördere die Ressourcenschonung und unterstütze den Klimaschutz. Zahlreiche kleine Händler, vor allem am Land, könnten die mit einem Pfandsystem verbundenen Kosten und Flächenverluste nicht verkraften. Die Folgen wären eine weitere Ausdünnung der Kaufkraft des ländlichen Raums sowie eine Erhöhung der CO2-Emissionen wegen längerer Autofahrten für den täglichen oder wöchentlichen Einkauf.

Quelle: Wirtschaftskammer Österreich

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