Lehrstuhl für Erforschung des unendlichen Recyclings von Verbundwerkstoffen

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Faserverstärkte Kunststoffe (Quelle: ITA)

Segula Technologies, ein internationaler Engineering-Konzern mit Sitz in Nanterre (Paris) und 140 Niederlassungen in mehr als 30 Ländern, hat gemeinsam mit der französischen Ingenieurs-Hochschule IMT Mines Alès einen neuen Lehrstuhl ins Leben gerufen. Mit diesem zunächst für einen Zeitraum von fünf Jahren eingerichteten Lehrstuhl soll das unendliche Recycling von Verbundwerkstoffen durch enzymatische Verfahren erforscht und weiterentwickelt werden.

Verbundwerkstoffe kommen vor allem im Automobilbau zum Einsatz, aber auch in anderen Industrien wie dem Schiffbau, dem Eisenbahnwesen und vielen weiteren Einsatzgebieten setzen Konstrukteure auf die Eigenschaften dieser Werkstoffe. Beim konventionellen thermomechanischen Recycling besteht die Gefahr, dass die Polymer-Bestandteile der Werkstoffe Schaden nehmen können. Eine vollständige Wiederverwendung ist dadurch nicht möglich.

Der neugegründete Lehrstuhl wird sich deshalb der Erforschung sogenannter enzymatischer Verfahren widmen, mit denen ein hundertprozentiges Recycling der Ausgangsmaterialien möglich werden könnte. Durch Enzyme lassen sich Polymer-Bestandteile in einzelne Monomere zerlegen, aus denen dann wieder neue Polymere gebildet werden können.

Gerade für die Automobilindustrie ist das Recycling-Thema ein besonders wichtiges, da sie mit der Umsetzung der EU-Richtlinie 2000/53/EG herausgefordert ist: Künftig müssen Altfahrzeuge mit einer Mindestquote von 85 Prozent – bezogen auf die Gesamtmasse des Fahrzeugs – recycelt werden. Da Verbundwerkstoffe in zunehmendem Maß im Fahrzeugbau Verwendung finden, ist die Erforschung ihres Recyclings von entscheidender Bedeutung.

Segula Technologies leistet mit seinem Engagement auf diesem Gebiet einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit der Automobilindustrie. Gelingt es, ein Verfahren zur hundertprozentigen Wiederverwendbarkeit von Verbundwerkstoffen zu entwickeln, könnten sich neben der Erfüllung der neuen gesetzlichen Vorgaben auch weitere innovative Perspektiven für die Industrie ableiten lassen.

Quelle: Segula Technologies

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