Batterierecycling: Niederösterreicher und Burgenländer wissen am besten Bescheid

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Foto: Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien

Aktuelle Studie: Batterien enthalten wertvolle Rohstoffe, müssen getrennt entsorgt werden und können brandgefährlich sein. Das wissen vor allem Niederösterreicher und Burgenländer sowie ältere Menschen, auch Salzburger und Oberösterreicher schneiden gut ab. Junge Österreicher unter 30 Jahren hingegen kennen sich beim Thema Batterierecycling deutlich schlechter aus – nur jedem Dritten ist die fachgerechte Entsorgung überhaupt ein Anliegen.

Am kommenden 18. Februar hätte der italienische Physiker Alessandro Graf von Volta (1745- 1827), Erfinder der Batterie, Geburtstag gehabt. Ihn zu Ehren wurde der internationale Tag der Batterie ins Leben gerufen. Für den Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) Anlass genug, um das Wissen und die Einstellung der Österreicher zum Thema Batterierecycling zu erheben. Die repräsentative Studie unter 500 Österreichern belegt, dass das Wissen um die Eigenschaften, Gefahren und Entsorgung von Batterien in der Bevölkerung sehr unterschiedlich ist.

So bestätigen 61 Prozent der über 60-Jährigen, dass Batterien wiederverwertbare, wertvolle Rohstoffe enthalten – aber nur 29 Prozent der unter 30-Jährigen. Weiters kennen 78 Prozent der Niederösterreicher und Burgenländer die nächstgelegene Batterie-Sammelstelle, aber nur 51 Prozent der Steirer und Kärntner. Dass brandgefährliche Lithiumbatterien in Handys verbaut sind wissen 81 Prozent der Befragten, aber nur 18 Prozent vermuten sie auch in einem Stabmixer.

Hans Roth, Präsident des VOEB: „Wir brauchen dringend eine breite Kampagne, um die österreichische Bevölkerung über die Potenziale, aber auch Gefahren von Batterien umfassend zu informieren. Alte Batterien müssen getrennt in den dafür vorgesehenen Sammelboxen entsorgt werden, sonst gehen wertvolle Ressourcen verloren. Wer insbesondere Lithiumbatterien irrtümlicherweise in den Restmüll wirft, kann hingegen gefährliche Brände auslösen!“

Vor allem junge Menschen aufklären

Ganz gleich ob es um die Eigenschaften von Batterien, die Gefahrenpotenziale oder die vorbildhafte Entsorgung geht: Niederösterreicher und Burgenländer schneiden in der Batteriestudie des VOEB am besten ab. Sie wissen, dass Geräte mit Lithium-Batterien keinen hohen Temperaturen ausgesetzt werden sollen, alte Batterien gratis bei allen Sammelstellen entsorgt werden müssen und dass besonders leistungsstarke Lithium-Batterien gefährliche Brände verursachen können.

Oberösterreicher und Salzburger erreichen ebenfalls gute Werte: Ihnen ist bewusst, dass Batterien wertvolle Rohstoffe enthalten und dass mehr als 50 Prozent davon wiederverwertet werden können – und sie kennen den Unterschied zwischen Alkaline- und Lithiumbatterien. Aufholbedarf haben junge Österreicher unter 30 Jahren: Nur 29 Prozent wissen, dass der Handel verpflichtet ist, alte Batterien zurückzunehmen, gerade 32 Prozent ist die fachgerechte Entsorgung ein Anliegen und nur etwas mehr als jeder Dritte entsorgt alte Batterien fachgerecht – bei den über 60-Jährigen sind es 71 Prozent. Roth: „Diese Zahlen sind sehr beunruhigend. Wir müssen daher vor allem junge Menschen aufklären, wo überall Lithiumbatterien versteckt sind, wie man sie korrekt entsorgt und so gefährliche Brände verhindert.“

Batterie-Sammelquote auf mindestens 75 Prozent erhöhen

Lithiumbatterien befinden sich in blinkenden Kinderschuhen, Tablets, Stabmixern, singenden Grußkarten oder Gartengeräten. Wenn sie im Restmüll landen, können sie sich bereits bei kleinster Reibung entzünden und gefährliche Brände verursachen: in Mülltonnen, Lkw und Recyclinganlagen, aber auch in den eigenen vier Wänden. Insgesamt landen derzeit mehr als 1,4 Millionen brandgefährliche Lithiumbatterien jährlich im Restmüll – Tendenz steigend.

Falsch entsorgt sind sie leicht entzündbar und verursachen so eine massive Zunahme von gefährlichen Bränden bei Abfallwirtschaftsbetrieben, mit teils verheerenden Folgen. Um diese Entwicklung zu stoppen fordert der VOEB, die Batterie-Sammelquote auf mindestens 75 Prozent zu erhöhen. Die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, Produkte mit Lithiumbatterien ausschließlich in den dafür vorgesehenen Sammelboxen im Handel oder bei Altstoffsammelzentren getrennt zu entsorgen. Aber auch die Hersteller sind gefragt: Elektro- und Elektronikgeräte sollten so konzipiert sein, dass Batterien entsprechend gekennzeichnet und durch den Endnutzer ausbaubar sind.

Studien-Infos: Im Auftrag des VOEB befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com im Oktober 2019 über 500 webaktive ÖsterreicherInnen im Alter zwischen 14 bis 69 Jahren zu den Themen Wissen, Entsorgung und Gefahren von Batterien.

Quelle: Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB)

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