Marktanreizprogramm 2020 für erneuerbare Energien im Wärmemarkt

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Holzpellets (Foto: Deutsches Pelletinstitut GmbH (DEPI))

Hohe Förderung für Biomasseanlagen, zusätzliche Prämie beim Austausch von Ölheizungen.

Das Marktanreizprogramm zur Förderung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt wurde mit Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom 30. Dezember 2019 für den Geltungszeitraum 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2021 neu geregelt. Die aktuelle Förderrichtlinie gewährt für moderne Biomasseanlagen und insbesondere für Scheitholzvergaserkessel und Scheitholz-Pellet-Kombikessel eine deutlich verbesserte Förderung und macht es so besonders attraktiv, alte Ölheizungen gegen Biomasseanlagen auszutauschen.

Mit der Neuregelung werden neben den Anschaffungskosten der Biomasseanlage (anerkannte Anlagen gemäß aktuellen Bafa-Listen) nun auch die Kosten für „notwendige Umfeldmaßnahmen“ berücksichtigt. Dazu zählen zum Beispiel Planungskosten und Ausgaben für Schornstein, Puffer-/Brauchwasserspeicher, Pumpen, Heizkörper, der Installationsaufwand und Inbetriebnahme sowie auch der Ausbau von Altanlagen.

Für den Einbau förderfähiger Pelletheizungen, Hackschnitzelheizungen, Scheitholzvergaserkessel und Scheitholz-Pellet-Kombikessel kann eine Förderung in Höhe von 35 Prozent der förderfähigen Kosten beantragt werden. Die Höhe der Förderung ist bei Wohngebäuden durch eine Deckelung der anrechnungsfähigen förderfähigen Kosten auf 50.000 Euro (brutto) je Wohneinheit begrenzt. Wird in Bestandsgebäuden eine alte Ölheizung freiwillig ausgetauscht, gibt es eine 10-Prozent-Austausch-Prämie on top, sodass insgesamt ein Investitionskostenzuschuss in Höhe von 45 Prozent der förderfähigen Kosten beantragt werden kann.

Im Neubau werden aus dem Marktanreizprogramm innovative, emissionsarme Biomasseanlagen gefördert, dazu zählen Scheitholzvergaserkessel und Scheitholz-Pellet-Kombikessel, die mit Brennwerttechnik oder mit einem sekundären Partikelabscheider (anerkannte elektrostatische oder filternde Abscheider beziehungsweise Abgaswäscher (allgemein auch Feinstaubfilter genannt)) ausgerüstet sind.

Für Besitzer alter Ölheizungen gilt es nun, eine zügige Planung der Umstellung auf erneuerbare Wärme vorzunehmen. Die Austauschprämie wird nur gewährt, wenn Ölheizungen freiwillig ausgetauscht werden. Sobald alte Ölheizungen der Austauschpflicht gemäß Energieeinsparverordnung (ENEV, künftig Gebäudeenergiegesetz GEG) unterliegen, verfällt der Anspruch auf die Austauschprämie.

Informationen zum neuen Marktanreizprogramm, den Förderrichtlinien und Fördervoraussetzungen sowie aktuelle Listen der förderfähigen Biomasseanlagen können auf der Internetseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) abgerufen werden. Eine Antragstellung hat vor Maßnahmenbeginn zu erfolgen. Antragsberechtigt sind unter anderem Privatpersonen, Wohnungsgenossenschaften und andere Wohnungseigentümergemeinschaften, Freiberufler, Kommunen und Unternehmen.

Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)