IKB: Kupfer – Die physische Nachfrage ist ungebrochen

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Kupferdrahtspule (Foto: Pixabay)

Die Kupfervorräte an der LME bildeten sich zuletzt wieder zurück: Insgesamt betrugen diese Ende November 2019 rund 210.000 Tonnen. Die Lagerbestände an der SHFE reduzierten sich leicht auf nun 120.000 Tonnen. Die Bestände der Comex stiegen bis Ende November 2019 auf 40.000 Tonnen an. Ein Großteil der Volumina dient der Absicherung von Finanztransaktionen.

Das berichtet die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. Die weltweiten Vorräte reichen für den Bedarf von 5,5 Tagen. Sollte es Indonesien nicht gelingen, die Umstrukturierungs- und Neuerschließungsarbeiten im vorgesehenen Zeitraum abzuschließen, könnte sich die Versorgung stark verschlechtern. Zwar ist die Gefahr eines harten Brexits geringer geworden, für deutsche Verarbeiter von Kupferschrott könnte der Import aus UK nach dem Brexit dennoch schwieriger werden.

Negative Marktimpulse

Der Kupferpreis bewegte sich ab Mitte Oktober 2019 weiter in einem Band zwischen 5.800 und 6.000 US-Dollar je Tonne. Die physische Nachfrage ist ungebrochen. Neben dem vermehrten Bedarf von Kupfer im Automobil infolge von autonomem Fahren und E-Mobility bedingen die Energiewende und der Ausbau der Digitalisierung einen weiteren Kupferbedarf. In Asien bestimmt die ITK-Industrie die Nachfrage. Der Markt erhielt negative Impulse von der investiven Nachfrage: Die Zahl der Handelskontrakte sank im November um 37 Prozent auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Da IKB für den Kupfermarkt 2019 ein Defizit oberhalb der Marke von 300.000 Tonnen sieht, wird bis Ende Q1 2020 ein Preisniveau von 6.000 US-Dollar je Tonne mit einer Bewegung in einem Band von +600 US-Dollar je Tonne um diese Marke erwartet.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG

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