LyondellBasell baut am Standort Ferrara (Italien) Anlage für molekulares Recycling

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Folien-Vorbehandlung in der „Edelweiß“-Recyclinganlage (Foto: Krauss Maffei)

Die Umwandlung von Plastikmüll aus Haushalten in neue Kunststoffe im kommerziellen Maßstab rückt einen Schritt näher, so das Unternehmen. Ferrara wurde, wie es heißt, aufgrund seiner langen Tradition in Forschung und Entwicklung als Standort für diese Pilotanlage ausgewählt.

In Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) konnte belegt werden, dass die „MoReTec“ – proprietäre molekulare Recyclingtechnologie von LyondellBasell durch den Einsatz eines Katalysators im Pyrolyseprozess (die strukturelle Zerlegung von Kunststoffabfall in Moleküle) schneller und energieeffizienter ist als das chemische Recycling. „Wir haben unsere Kapazitäten für chemisches Recycling in den letzten 15 Monaten weiterentwickelt und erforschen und testen eine Reihe von LyondellBasells proprietären Katalysatoroptionen“, erklärt Jim Seward, Senior Vice President Research & Development, Technology & Sustainability bei LyondellBasell. „Neben der Weiterentwicklung unserer Katalysatoroptionen wird unsere Investition in eine kleine Pilotanlage dazu beitragen, die MoReTec-Technologie in Richtung kommerzieller Nutzung voranzutreiben, um eine echte Kreislaufwirtschaft zu erreichen.“

Chemisches Recycling mit katalysatorbasiertem Ansatz

Die MoReTec-Technologie ermöglicht die Umwandlung schwer recycelbarer Kunststoffabfälle, zum Beispiel Mehrschichtfolien, in ihre molekularen Bestandteile – als Ausgangsmaterial für sämtliche Anwendungsbereiche, einschließlich Materialien für den Kontakt mit Lebensmitteln und Produkte zur Gesundheitspflege. MoReTec basiert auf chemischem Recycling, beinhaltet aber auch einen katalysatorbasierten Ansatz. LyondellBasell ist der Ansicht, dass dieser Ansatz aufgrund des geringeren Energieverbrauchs und des schnelleren chemischen Umwandlungsprozesses, der weniger Wärme verbraucht, ein erhebliches Potenzial hat. In den kommenden Monaten wird das Unternehmen den Bau seiner Pilotanlage in Ferrara fortsetzen und sich dabei auch auf die Interaktion verschiedener Abfallarten im molekularen Recyclingprozess, Katalysatorauswahl und Prozessbedingungen fokussieren.

Die Entwicklung des molekularen Recyclings ist nur eines von drei Einsatzgebieten, mit denen LyondellBasell nachhaltige Lösungen im Bereich Plastikmüll vorantreibt. Das Unternehmen engagiert sich außerdem aktiv über sein Quality Circular Polymers (QCP) Joint Venture mit Suez, das Plastikabfall aus Haushalten in neue Kunststoffgranulate umwandelt, die von Elektrogeräten über Waschmittelbehälter bis hin zu Koffern neue Anwendung finden. Das Unternehmen erzeugt auch Biokunststoff aus Speise- und Pflanzenölabfällen, die für die Herstellung von Lebensmittelverpackungen, Spielzeug und Einrichtungsgegenständen verwendet werden können.

Quelle: ots/PRNewswire

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