Recyclingkonzept für Kunstrasen – Das Re-Match-Konzept

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Foto: Re-Match

Alter Kunstrasen – zu schade für Verbrennung und Deponierung: Im dänischen Herning werden seit 2016 alte, ausgediente Kunstrasen aus ganz Skandinavien und Westeuropa nach dem patentierten Prozess von Re-Match recycelt.

Von links: Die Unternehmensgründer Dennis Andersen und Nikolaj Magne Larsen (Foto: Re-Match)

Während dieses Prozesses werden 99 Prozent des Kunstrasens in seine vier Wertstoffgruppen zerkleinert und getrennt: Kunststofffaser, Trägergewebe, Sand und Füllstoffe. Diese Rezyklate werden dann als Sekundärrohstoffe für unterschiedlichste Anwendungen in der Industrie genutzt. Beispielsweise für das Sandstrahlen, für die Herstellung von Kunststoff-Formteilen, für die Bau- und die Baustoffindustrie oder für die landwirtschaftliche Nutzung. Sie können aber auch – dem Begriff „Kreislaufwirtschaft“ folgend – wieder direkt in die Produktion und Installation neuer Kunstrasenfelder geleitet werden.

Sogar die eigentliche Kunstrasenfaser, die über Jahre hinaus höchsten mechanischen Belastungen und einer immer aggressiver werdenden UV-Belastung ausgesetzt war, kann in den Produktionszyklus für neue Kunstrasen-Systeme geführt werden. Mit der Kombination zweier neuartiger Technologien hat Re-Match ein innovatives Verfahren entwickelt, das aus einem „Kunststoffmix“ der rezyklierten Fasern sortenreine Kunststoffe (z. B. Polyethylene) generiert. Diese werden dann zu Regranulaten für die Extrusion hochwertiger Monofilamente umgewandelt, die dann wiederum zur Herstellung neuer Kunstrasen-Systemen genutzt werden. Dieses von Re-Match entwickelte Verfahren wird von der dänischen Regierung und dem Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizon 2020“ der Europäischen Union finanziell unterstützt. Das Fraunhofer Institut begleitet das Projekt mit technologischem Know-how.

Zertifizierte Technologie, auf Herz und Nieren geprüft

Bis zur Einführung des Re-Match-Recycling-Konzeptes existierte keine hochwertige und nachhaltige Recyclinglösung. Die am Markt üblichen Entsorgungsangebote beschränkten sich auf die Deponierung oder die ressourcenvernichtende Verbrennung der Materialien. Das Re-Match-Recycling-Konzept für Kunstrasen hat somit einen neuen Standard gesetzt, der nicht nur ökologische Akzente setzt, sondern auch wirtschaftlich seinesgleichen sucht.

Foto: Re-Match

Das patentierte Recyclingkonzept von Re-Match ist auf Herz und Nieren geprüft. Sämtliche Aussagen über die Effizienz und die nachhaltige Umweltverträglichkeit wurden durch einen gründlichen Validierungs- und Verifizierungsprozess belegt. Mit der Environmental Technology Verification (EU-Umwelttechnologieprüfung – ETV), einer offiziellen Verifizierung der EU, wird nicht nur der nachhaltige Recyclingprozess bestätigt, sondern auch seine ökologische Effizienz. Die EU-Umwelttechnologieverifizierung (ETV) gibt nicht nur dem Besitzer des ausgedienten Kunstrasens die Sicherheit, das richtige getan zu haben. Sie dient darüber hinaus Vereinen, Kommunen, Planern und Architekten als gutes Instrument, um hochwertige Recyclingverfahren zu erkennen und die Wege der Sekundärrohstoffe dauerhaft nachvollziehen zu können.

Neben der Verifizierung übergibt Re-Match dem Besitzer des alten Kunstrasens ein sogenanntes „End-of-life-Zertifikat“, das einen genauen Überblick über das tatsächliche Abfallaufkommen, die Art und Menge der verarbeiteten Abfälle und die tatsächliche Menge der aus dem jeweiligen Kunstrasen erzeugten Sekundärrohstoffe gibt. Für den Besitzer ein sehr wichtiges Dokument und für Re-Match ein weiterer Beleg für ein nachhaltiges und hochwertiges Recycling.

Ein starkes Geschäftsmodell

Foto: Re-Match

Der Umstand, dass 99 Prozent der Endmaterialien aus dem Recycling alter, verschlissener Kunstrasen als Sekundärrohstoff in neue Produktionskreisläufe zurückgeführt werden können, ist die Basis für das Geschäftsmodell von Re-Match. Den Besitzern der alten Kunstrasen wird eine nachhaltige und umweltfreundliche Lösung präsentiert. Außerdem  ist es auch eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung, gegenüber der Verbrennung als sonst üblicher Entsorgungsweg, weil die durch den Recyclingprozess wiedergewonnen Materialien, vermarktet werden können und so die Recyclingkosten verringern. Ein Vorteil, der sich für den Kunstrasenbesitzer also auch wirtschaftlich auszahlt.

Ein weiterer Punkt spielt in der Praxis eine immer größere werdende Rolle: Die inzwischen stark sensibilisierte Öffentlichkeit erwartet von den Kunstrasenbesitzern, dass sie verantwortungsvolle Lösungen für den abgenutzten Kunstrasen seriös umsetzen. Das Re-Match-Recycling-Konzept überzeugt auch in dieser Hinsicht Hersteller und Besitzer von Kunstrasen.

Quelle: Re-Match und bvse

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