Saar-Umweltminister Reinhold Jost besichtigt WUD-Entsorgungskonzept

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Foto: WUD

Der SPD-Politiker informierte sich in Völklingen über eine von WUD entwickelte Holzhackschnitzel-Heizanlage, die mit Altholz aus regionaler Sammlung betrieben wird und auch Strom erzeugen kann.

Das Entsorgungs- und Recyclingunternehmen übernimmt dabei den Bau und Betrieb der Anlage: sammelt das Altholz überwiegend im Saarland, bereitet es im eigenen Werk zu Holzhackschnitzelgut auf, beliefert die Heiz-Anlage damit, rechnet die Leistung mit dem Kunden ab und entsorgt die Asche fachgerecht.

Saar-Umweltminister Reinhold Jost zeigte sich von diesem geschlossenen Wertstoffkreislauf beeindruckt. Dieses System entspreche der Idee des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und sorge dafür, dass der Wertstoff Altholz lokal gesammelt und lokal verwertet werden könne. Wie WUD-Chef Sascha Morschett erläuterte, wurde das Holzhackschnitzelgut bisher mit Lkw nach Nordrhein-Westfalen gefahren, um dort in Heizkraftwerken verfeuert zu werden. Diese langen Transportwege verschlechterten die Ökobilanz des Brennstoffs entsprechend. Mit der neuen Anlage könne das Altholz jetzt tatsächlich klimaneutral zur Energieerzeugung eingesetzt werden.

WUD-Chef Sascha Morschett und Umweltminister Reinhold Jost (Foto: WUD)

WUD betreibt am Standort in Völklingen als letzter großer Mittelständler der Region die derzeit einzige Altholz-Aufbereitungsanlage. Das Altholz stammt größtenteils von Transportverpackungsmaterialien der saarländischen Industrie, beispielsweise unbehandelten Einwegpaletten. Das Holz wird sortiert, mehrfach zerkleinert, von Fremdkörpern wie Nägeln, Klammern oder Verpackungsfolie vollautomatisch getrennt. Als Hackschnitzelgut wird der Brennstoff in einem von WUD selbst entwickelten Container an die Heiz-Anlage beim Kunden gefahren und dort angeschlossen. Dadurch entfällt das Vorhalten eines Brennstoffbunkers beim Kunden. Sensoren können messen, wie der Füllstand im Container ist und automatisch eine neue Lieferung im WUD-Logistikzentrum bestellen, die dann pünktlich geliefert wird. Die gesamte Anlage entspricht den strengen Brandschutzvorschriften des Saarlandes in vollem Umfang.

Für die Beheizung von Mehrzweckhallen interessant

Foto: WUD

Umweltminister Jost unterstrich beim Besuch, dass diese Entwicklung ein hilfreiches Instrument sein könne, um den Einsatz von Holz als klimaneutralem Brennstoff auch im Saarland weiter zu verbreiten. Besonders mit Blick auf die sehr großen Mengen an Schadholz im Saarforst durch Borkenkäfer bei Fichte, Buche und inzwischen auch Eichen sei dieses Technik interessant. Laut Morschett kann die Anlage ab einer Leistung von einem Megawatt auch Strom erzeugen, zudem sei der Brennstoff ganzjährig verfügbar und die Anlage dank doppelt ausgelegter Technik jederzeit betriebsbereit.

Aktuell betreibt WUD die Pilotanlage zur Verbrennung selbst gesammelter und aufbereiteter Althölzer in Völklingen. Mit der erzeugten Energie werden eine sehr große Distributionshalle sowie ein Verwaltungstrakt geheizt. Da die Investitions- und die Betriebskosten der Anlage bei WUD als Betreiber bleiben, könnte die Wärmegewinnung besonders für die Beheizung von Mehrzweckhallen bei Kommunen interessant sein. Die Investition würde nicht den kommunalen Haushalt belasten.

Quelle: WUD