BDE kritisiert Trend zum Staat auf dem Entsorgungsmarkt 2019

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Der Verband fordert mehr Klimaschutz statt Kommunalmonopole.

Der Trend zum Staat in der Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaft ist ungebrochen. So lag der Anteil kommunaler Unternehmen an der Restmüllsammlung in diesem Jahr mit 49 Prozent auf einem Höchststand. Zehn Jahre zuvor entfielen noch 41,1 Prozent der Restmüllsammlung auf öffentliche Unternehmen.

„Diese Entwicklung ist eine schleichende und vollzieht sich von vielen unbemerkt. Deshalb ist sie umso gefährlicher. Sie entzieht nämlich den mittelständischen Unternehmen in ihren Regionen oftmals die wirtschaftliche Basis“, stellt der Präsident des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V., Peter Kurth, fest.

„Innovationen und Investitionen sind nicht denkbar ohne den Mittelstand und faire Rahmenbedingungen“

Nach Ansicht des BDE ist diese Entwicklung gerade angesichts der kommenden Herausforderungen für die Branche fatal: „Die Kreislaufwirtschaft kann und muss einen weiteren erheblichen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele leisten. Was wir dabei überhaupt nicht brauchen, ist der weitere Zuwachs an kommunalen Monopolen, weil diese zu der notwendigen ökologischen Modernisierung unserer Wirtschaft kaum einen Beitrag leisten können. Um unsere Klimaschutzziele zu erreichen, ist eine Modernisierung der Wirtschaft unverzichtbar. Dazu gehört ein umfassend geänderter Rohstoffeinsatz. Statt natürliche Ressourcen mit hohem Energieeinsatz auszubeuten, müssen wir immer mehr Rohstoffe im Kreislauf führen. Die dazu benötigten Innovationen und Investitionen sind nicht ohne den Mittelstand und ohne faire Rahmenbedingungen denkbar.

Der Zuwachs der Kommunalwirtschaft ging gleichermaßen zulasten der größeren wie der kleineren Privatunternehmen. Unverändert ist der Kreislaufwirtschaftssektor stark mittelständisch geprägt. Der Marktanteil der drei größten Unternehmen an der Restmüllsammlung liegt nur noch bei circa 15,5 Prozent.

Quelle: BDE