Bioabfallforum Stuttgart 2019: Kompostierbare Bioabfallbeutel im Fokus

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Kompostierbare Bioabfallbeutel (Foto: Harald Heinritz / abfallbild.de)

Verbund fordert strenge Zertifizierung für alle Materialien.

Das baden-württembergische Umweltministerium und über 200 Teilnehmer aus Politik, Kommunen und Entsorgungsbetrieben machten auf dem diesjährigen Bioabfallforum (2. und 3. Juli) einmal mehr die Wichtigkeit der getrennten Bioabfallsammlung deutlich. Dabei standen auch bioabbaubare Sammelbeutel (BAW) im Fokus. Der Verbund kompostierbare Produkte e.V. begrüßt sehr, dass sich das Umweltministerium Baden-Württemberg in dem laufenden Projekt „MiKoBo – Mikrokunststoffe in Komposten und Gärprodukten und deren Eintrag in Böden“ auch mit den Fragen zur Abbaubarkeit von zertifiziert kompostierbaren Kunststoffen beschäftigt.

Untersucht wird dabei auch der Abbau des kompostierbaren Kunststoffs PBAT (Polybutylenadipat- terephthalat). Forscher der ETH Zürich zeigten bereits 2018 auf, dass Bodenmikroben Folien aus diesem Kunststoff als Nahrung verwenden können. Die Mikroorganismen nutzen den Kohlenstoff des Polymers sowohl für ihren Energiestoffwechsel  als auch für den Aufbau ihrer Biomasse. Das bedeutet, dass PBAT im Boden vollständig biologisch abgebaut wird und, anders als zum Beispiel Polyethylen, nicht als Mikroplastik dort verbleibt. Michael von Ketteler, Geschäftsführer des Verbund kompostierbare Produkte e.V.: „Die aktuellen Untersuchungen können dazu beitragen, die Ergebnisse der bisherigen Studien nun in der Praxis zu bestätigen. Versuche in Bioabfallverwertungsanlagen werden zeigen, dass der Verarbeitungsprozess  und die Kompostqualität nicht negativ beeinflusst werden.“

Zertifiziert kompostierbare Bioabfallbeutel aus Biopolymeren stellen sich seit vielen Jahren den strengen Prüfkriterien der DIN EN 13432. „Wir fordern – im Sinne der Kompostqualität – diese strengen Zertifizierungsregeln für alle Beutel, die für die Bioabfallsammlung genutzt werden, egal aus welchem Material, auch Papier. Sie müssen chemisch charakterisiert werden und die Kriterien der Desintegration und der Kompostqualität erfüllen“, so Michael von Ketteler weiter.

Quelle: Verbund kompostierbare Produkte e.V.

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