IFAT Eurasia 2019 schließt mit starker internationaler Beteiligung

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IFAT Eurasia: Marktplatz für türkische und internationale Anbieter (Foto: Messe München GmbH)

Am 30. März ging die dritte Ausgabe der IFAT Eurasia im Istanbul Expo Centre (IFM) in der Türkei zu Ende. Die Umwelttechnologiemesse überzeugte mit ihrer starken Internationalität: Die 10.467 Fachbesucher reisten aus 84 Ländern an (2017: 68 Länder), um sich über die Trends aus den Bereichen Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling zu informieren. Die internationale Beteiligung ist um 60 Prozent im Vergleich zur Vorveranstaltung angestiegen – auf insgesamt 16 Prozent.

Wie kann die Transformation hin zu einer Kreislaufwirtschaft vorangetrieben werden? Das war die dominierende Frage an den drei Messetagen in Istanbul. Dabei bezogen sich die Diskussionen im Istanbul Expo Centre (IFM) nicht nur auf die Türkei, sondern auf die gesamte MENA-Region und Zentralasien. Sebastian Frisch, CEO von BlackForest Solutions und Vorsitzender der Arbeitsgruppe MENA-Region bei RETech German Partnership: „Die Kreislaufwirtschaft verbessert nicht nur die Lebensstandards, sondern trägt gleichzeitig zur Diversifizierung der Wirtschaftsleistung bei. Mittel- und langfristig plant die MENA-Region, an den europäischen Standard anzuschließen. Mit ihren technologischen Lösungen liefert die IFAT Eurasia wichtige Impulse für diese Region.“

Tourismussektor in Umweltfragen stärker in die Pflicht nehmen

Wie ein funktionierender Abfallkreislauf für die Länder Eurasiens aussehen kann, um das Littering von Flüssen und Meeren in der Region einzuschränken, hat ein hochkarätig besetztes Podium bestehend aus Wissenschaftler, Politikern, Industrieexperten und NGOs bei der Eröffnung des fachlichen Rahmenprogramms diskutiert.

Kerem Noyan, Leiter des Bereichs Marine & Coastal Management beim türkischen Ministerium für Urbanisierung und Umwelt, sagte bei der Debatte: „Als Nutznießer einer sauberen Meeresumwelt muss insbesondere der Tourismussektor in Umweltfragen stärker in die Pflicht genommen werden. Um weitere Mülleinträge in die Meere zu vermeiden, werden für jede Küstenprovinz Aktionspläne erstellt, zu deren Hauptakteuren deshalb Tourismusanbieter und Hotelbetreiber zählen. Diese Pläne umfassen unter anderem die Umsetzung des Zero-Waste-Konzeptes in Hotels, spezielle Einrichtungen in Häfen, die Schiffsabfälle entgegennehmen, und in diesem Zusammenhang das „Blue Card Ship Waste Tracking System“ für Yachten und kleine Boote, Sensibilisierungskampagnen, Informationsschreiben für Touristen sowie Reinigungs- und Präventionsmaßnahmen.“

In den Wassersegmenten der IFAT Eurasia zählte die Hygienisierung zu den Schlüsselthemen. Roland Knitschky von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA): „Im Trink- und Industriewasserbereich waren Technologien zur hygienischen Reinigung stark gefragt. Bei den Besuchergruppen aus Zentralasien standen Abwasserthemen im Vordergrund, darunter Verfahren zur Aufbereitung von Problemwässern aus Spezialindustrien.“

Führender Handelsplatz zwischen Asien und Europa

10.467 Fachbesucher aus 84 Ländern kamen an den drei Messetagen in die türkische Wirtschaftsmetropole Istanbul. Osman Bayazit Genç, Geschäftsführer vom Veranstalter Messe München Eurasia, ist zufrieden: „Die IFAT Eurasia hat genau das erwünschte Fachpublikum angezogen: Entscheider und Einkäufer aus Asien und Europa. Damit hat sie sich erneut als wichtigstes Bindeglied zwischen den Umweltmärkten beider Kontinente erwiesen.“

Trotz der aktuellen Umstände in der Region hat die internationale Beteiligung weiter zugenommen. Christian Rocke, Projektgruppenleiter der weltweiten IFAT-Messen: „Bei den Ausstellern liegt der internationale Anteil bei knapp 40 Prozent. Bei den Besuchern haben wir uns um 60 Prozent gesteigert. Darüber hinaus haben sich mehr internationale Branchenverbände als bisher engagiert. Das ist ein deutliches Zeichen für das Vertrauen in den lokalen Markt.“

Zu den ausstellerstärksten Ländern zählten nach der Türkei – in dieser Reihenfolge: Deutschland, China, die Schweiz, Österreich und Italien. Erstmals beteiligten sich Unternehmen aus Kanada, Brasilien, Ukraine und Ghana an der türkischen Ausgabe der Münchener Weltleitmesse IFAT. Zu den neuen internationalen Partnern zählten der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE), das Bureau of International Recycling (BIR) und German RETech Partnership.

Ebenso herrschte auf Besucherseiten internationaler Andrang, wie Aussteller Berkai Koc, Environmental Engineer bei Emi Çevre, bestätigt: „Wir waren sehr zufrieden mit unserer Messeteilnahme. Wir haben eine Vielzahl an Besuchern aus Rumänien, Finnland, Polen, Griechenland, Marokko und vielen weiteren Ländern getroffen. Wir kommen gerne auch 2021 wieder.“ Für die zahlreichen Wirtschaftsdelegationen aus Griechenland, dem Iran, Irak, Jordanien, Libanon, Kasachstan, Marokko, den Malediven, Zypern, Russland, Tunesien und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde erstmals eine eigene Präsentations- und Networking Area in den drei Messehallen eingerichtet.

Ein weiterer Höhepunkt im fachlichen Rahmenprogramm war die International Environmental Conference, kurz: Iremcon. Unter dem Leitthema „Combating Global Climate Change and Strenghtening International Cooperation in Waste Management“ fand die führende Umweltkonferenz der Türkei und des gesamten Balkan-Gebiets erstmals im Rahmen der IFAT Eurasia statt. Ein weiteres Messenovum war das Buyers Mission Programm. Die Initiative des türkischen Wirtschaftsministeriums hat Lösungsanbieter und -suchende gezielt zusammengeführt.

Quelle: Messe München GmbH