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Kupfer: Die globalen Makrotrends stützen die Nachfrage, während das Angebot angespannt ist

Die globale Kupferminenproduktion lag im Jahr 2025 um 1,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Kapazitätsausweitungen und neue Minenprojekte leisteten ihren Beitrag dazu. In Chile sank der Output um 1,6 Prozent, in Peru stieg er um 1,2 Prozent an. Eine stärkere Produktion (+ 6,0 %) war in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) zu beobachten.

Das berichtet die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. In Indonesien dagegen ging die Minenproduktion aufgrund von Produktionsunterbrechungen infolge des Minenunglücks im September in der Grasberg-Mine für das Gesamtjahr 2025 um 43,0 Prozent zurück. Die Raffinadeproduktion konnte um 4,2 Prozent gesteigert werden, getrieben durch höhere Volumina in China (+ 9,4 %) und der DRK (+ 7,8 %). Alle anderen Regionen verzeichnen zusammen einen Rückgang von -1,8 Prozent. Der Kupferverbrauch stieg mit 3,0 Prozent stärker an als die Produktion und ging insbesondere von einem erhöhten Verbrauch in China aus. Die Produktionsunterbrechung in der Grasberg-Mine wird auch in diesem Jahr spürbaren Einfluss auf die Kupferproduktion haben und mitverantwortlich für ein Defizit in den nächsten Jahren sein.

Die Kupferlagerbestände an der LME stiegen im Februar um rund 45 Prozent und lagen zum Monatsende bei knapp über 250.000 Tonnen. Parallel dazu erhöhten sich die Vorräte an der
SHFE um 68,0 Prozent auf über 390.000 Tonnen. Insgesamt lagerten an LME und SHFE zusammen 22 Prozent mehr Kupfer als im Vorjahr. Auch an der Comex ist ein deutlicher Lageraufbau zu beobachten: Dort beliefen sich die Bestände Ende Februar auf rund 600.000 Tonnen, während sie im Vorjahr noch unter 100.000 Tonnen lagen. Insgesamt stellt sich die Versorgungslage durch den Lageraufbau an den großen Börsen derzeit komfortabel dar: Die dort gelagerten Kupferbestände können den Bedarf von etwa 16 Tagen decken. Ende 2025 lag das Kupfermarktüberangebot bei 380.000 Tonnen, nachdem es im Vorjahr noch 69.000 Tonnen betragen hatte. Trotz des deutlichen Lageraufbaus wird aufgrund von Produktionsausfällen und steigender Nachfrage in den kommenden Jahren ein Defizit am Kupfermarkt erwartet.

Der Kupferpreis gab im Februar im Durchschnitt nur leicht um -0,9 Prozent nach. Der Preisrückgang ist nach zwei deutlichen Preisanstiegen in den beiden Vormonaten auf steigende Lagerbestände an den Börsen zurückzuführen. Mit rund 880 US-Dollar pro Tonne  Preisschwankung innerhalb des Monats ist eine gewisse Volatilität zu erkennen. Die globalen Makrotrends Elektrifizierung, KI und erneuerbare Energien stützen die Nachfrage, während das Kupferangebot angespannt ist. Notwendige Kapazitätsausweitungen, insbesondere vor dem Hintergrund sinkender Kupfergehalte im Erz, werden wahrscheinlich mit der gesteigerten Nachfrage nicht Schritt halten können.

Für den Kupferpreis erwartet die IKB bis zum Ende des zweiten Quartals 2026 eine Bewegung von +1.000 US-Dollar pro Tonne um die Marke von 13.500 US-Dollar pro Tonne.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG

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