Die geopolitischen Spannungen belasten den Aluminiummarkt

Die globale Primäraluminiumproduktion lag Ende Juli aufgelaufen knapp ein Prozent unter dem Vorjahresniveau. Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere die deutlichen Produktionsrückgänge in in Afrika (-22,2 %) und der Golfregion (-28,6 %) infolge des Iran-Konfliktes: Aluminiumhütten waren aktiv angegriffen worden, um die Industrie des Landes zu schwächen.

Das berichtet die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. China blieb der weltweit größte Produzent von Primäraluminium und konnte diese Einbußen mit einem Produktionszuwachs von 2,4 Prozent teilweise ausgleichen. Auch im übrigen Asien erhöhte sich die Produktion leicht (2,1%), während Europa ein kräftiges Wachstum von 5,3 Prozent verzeichnen kann. Insgesamt zeigt sich jedoch, dass geopolitische Spannungen im Nahen Osten und Energiekrisen in Afrika die globale Primäraluminiumproduktion belasten.

Die Aluminium-Lagerbestände an der LME sind im August (-7 % zum Vormonat) noch weiter abgeschmolzen und lagen zum Monatsende nur noch bei 247.000 Tonnen. Damit ist ein historischer Tiefstand erreicht: Es befindet sich nur noch die Hälfte des Bestands von Ende 2025 in den Lagerhäusern der LME. Auch an der SHFE gingen die Lagerbestände um 13 Prozent zurück, nachdem seit Februar die Lagerhäuser gefüllt wurden. Die geopolitischen Spannungen und damit verbundene Produktionsstörungen insbesondere in der Golfregion führten zum Abschmelzen der Bestände. Die Ausweitung des Zoll-Konfliktes auf Aluminium- und Stahlprodukte zwischen den USA und Kanada belastet den nordamerikanischen Markt. Die USA erhöhen zwar ihre eigenen Produktionskapazitäten, sind aber noch jahrelang abhängig von kanadischen Importen.

Der Preis für Primäraluminium an der LME stieg im August um knapp drei Prozent im Vergleich zum Vormonat und lag zum Ende des Monats bei 3.235 US-Dollar pro Tonne. Nach der vermeintlichen Entspannung des Iran-Konfliktes im Juli, zogen die Preise im August wieder an. Der Preis für Aluminium Alloy lag im August bei 3.200 US-Dollar pro Tonne und damit um 1,5 Prozent niedriger als im Vormonat.

Recyclingaluminium gewinnt weiter an Bedeutung: Der hohe Energieeinsatz in der Primärproduktion und der starke Einfluss geopolitischer Konflikte auf die globale Primäraluminiumproduktion zeigt, wie wichtig eine stabile Sekundärproduktion ist. Vor diesem Hintergrund möchte die EU Gesetzte erlassen, um europäischen Aluminiumschrott in der EU zu belassen, um die Rohstoffversorgung zu sichern.

Für Primäraluminium erwartet die IKB bis Ende 2026 ein Preisniveau von rund 3.400 US-Dollar pro Tonne bei einer Bandbreite von etwa ±200 US-Dollar pro Tonne. Für Aluminium-Alloy rechnet die IKB im gleichen Zeitraum mit rund 3.300 US-Doillar pro Tonne bei einer Bandbreite von etwa ±100 US-Dollar pro Tonne.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG

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