Progroup plant Ersatzbrennstoff-Kraftwerk in Sandersdorf-Brehna

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Ersatzbrennstoffe (Foto: Kroll/ Recyclingportal.eu)

Das familiengeführte Unternehmen Progroup plant in direkter Nachbarschaft zur Hightech-Papierfabrik PM3 ein hochmodernes Ersatzbrennstoff (EBS)-Kraftwerk.

Es wird künftig einen Großteil der Prozesswärme- und Stromversorgung von PM3 übernehmen. Hierfür werden Reststoffe aus der eigenen Produktion sowie aus der Region thermisch verwertet. Das spart wertvolle fossile Ressourcen ein. In das Projekt fließt eine Investitionssumme von rund 135 Millionen Euro. Der Baustart für das Heizkraftwerk ist für Ende 2022 geplant. Die Inbetriebnahme soll Ende 2025 erfolgen.

Die Papierfabrik PM3 in Sandersdorf-Brehna ist eine der modernsten und leistungsfähigsten Papiermaschinen der Welt. Am Standort wurden bereits mehr als 100 Millionen Euro in modernste Technologien für den Umweltschutz investiert. Dadurch konnte der Einsatz von Frischwasser im Produktionsprozess um 80 Prozent reduziert werden. Die Papierherstellung in Sandersdorf-Brehna ist schon heute Teil einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft: Aus 100 Prozent Altpapier entsteht unter geringstmöglichem Ressourceneinsatz Wellpappenrohrpapier. Dieses wird nach der Nutzung als Altpapier dem Kreislauf wieder zugeführt.

Nächster Entwicklungsschritt Richtung CO2-Neutralität

„Als Familienunternehmen verstehen wir es als Teil unserer Philosophie, langfristig und nachhaltig zu denken und zu handeln. Der Klimawandel ist Wirklichkeit und wir nehmen unsere Rolle sehr ernst“, betont Maximilian Heindl, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Progroup. „Mit dem Bau des Heizkraftwerks für unsere Papierfabrik in Sandersdorf-Brehna erreichen wir einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu vollständig geschlossenen Materialkreisläufen im Sinne einer CO2-neutralen Kreislaufwirtschaft.“

Nachdem bereits die Papiermaschine PM2 in Eisenhüttenstadt durch ein eigenes Kraftwerk mit Strom und Wärme versorgt wird, erhält nun auch PM3 eine nachhaltige, eigene Energieversorgung. Hier werden die im Altpapier enthaltenen Fremdstoffe sowie Reststoffe, die in der Produktion anfallen, thermisch verwertet. Das reduziert den Einsatz fossiler Brennstoffe und damit den CO2-Ausstoß.

Schon heute spart die Papierfabrik dank modernster Technologie 170.000 Tonnen CO2 jährlich. Mit dem neuen Heizkraftwerk kommen ab Ende 2025 noch einmal 80.000 Tonnen dazu, sodass vor Ort insgesamt 250.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden können.

Darüber hinaus ist der Wirkungsgrad des EBS-Kraftwerkes durch eine sehr effiziente Kraft-Wärme-Kopplung besonders hoch. Damit erfolgt die Verwertung der Reststoffe zu Strom und Wärme deutlich effizienter als in herkömmlichen Kraftwerken.

Quelle: Progroup

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